SPÖ-Bürgermeister Babler: "Der Kapitalismus ist nicht alternativlos"

Liveticker

Traiskirchens Bürgermeister Andreas Babler fordert von der Sozialdemokratie, die Angst abzulegen und klare linke Positionen zu beziehen. Ex-Neos-Chef Matthias Strolz empfiehlt der SPÖ, von Donald Trump zu lernen


Die Sozialdemokratie als Volkspartei ist Geschichte. Die Partei ist aber historisch nicht unbedingt am Ende: Wenn ihr eine organisatorische und programmatische Erneuerung gelingt, sie das gegenwärtige "Bonzentum" in der Funktionärsriege ablegt, werden SPÖ, SPD und Co als politische Kraft in Europa überleben. Mit dieser Aussage ließ der ehemalige Neos-Chef Matthias Strolz bei der STANDARD-Livedebatte aufhorchen.

Strolz diskutierte mit dem Bürgermeister von Traiskirchen, Andreas Babler, darüber, wie und ob es noch eine Zukunft für die Sozialdemokratie in Europa gibt.

Babler zeigt sich vor allem von den Thesen von Kevin Kühnert, dem Chef der Jungsozialisten in Deutschland, angetan. Kühnert hatte in einem Interview mit der "Zeit" gefordert, dass darüber nachgedacht werden müsse, deutsche Unternehmen zu vergemeinschaften. "Der Kapitalismus ist nicht alternativlos", sagte Babler. Es sei progressiv, über Alternativen zu herkömmlichen Rezepten der Marktwirtschaft nachzudenken, auch die Vergesellschaftung von Unternehmen dürfe kein Tabu sein. Bablers Beispiel dazu: Die Gemeinde Traiskirchen habe erst unlängst die Friedhofsgärtnerei im Ort wieder verstaatlicht, weil dies mit der privaten Firma nicht geklappt habe.

Matthias Strolz lobte Donald Trump: Von ihm könne die Sozialdemokratie lernen. Warum er so argumentiert? Sehen Sie dies im Livetalk unter reger Beteiligung der User. Moderation: András Szigetvari. (red, 5.6.2019)