Buwog-Prozess: Frau von Belastungszeuge Ramprecht sagt aus

Livebericht

Nach Michael Ramprechts Frau und Bruder werden die Unternehmer Erwin Soravia und Martin Ohneberg befragt. Die jüngste Verhandlung endete: laut

Wien – Am 94. Verhandlungstag zur Causa Buwog werden vier Zeugen auftreten, die wohl alle zu Schilderungen des Belastungszeugen Michael Ramprecht befragt werden. Die Frau von Ramprecht, die vorübergehend im Immobilienmaklerunternehmen von Ernst Plech (ist verhandlungsunfähig) gearbeitet hat, etwa und Ramprechts Bruder. Auch er hat einst für Plech gearbeitet – und ihn, Michael Ramprecht, einst gewarnt; sollte er öffentlich etwas Negatives über den Makler sagen, werde der ihn "vernichten", schilderte Michael Ramprecht im Zeugenstand. Hintergrund: Er sagt ja aus, Plech habe ihm nach einem Tennismatch 2004 eröffnet, dass die Buwog-Privatisierung ein abgekartetes Spiel sei, hinter dem Finanzminister Karl-Heinz Grasser stehe. Was der bestreitet.

Nach den Ramprecht'schen Familienmitgliedern werden die Unternehmer Martin Ohneberg und Erwin Soravia als Zeugen einvernommen – auch zu ihnen hat Ramprecht ausgesagt. Ohneberg hat einst für den Bauunternehmer Soravia gearbeitet; beide sollen sich sinngemäß darüber geäußert haben, dass Grasser Geld nehme. Sie bestreiten derartige Aussagen aber.

Ende mit Schrecken

Der letzte Verhandlungstag der vorigen Woche, an dem Ramprecht wieder auf dem heißen Stuhl Platz genommen hatte und von Grassers Anwalt Norbert Wess befragt wurde, entwickelte sich zu einem hitzigen Gefecht. Wess machte den für die Anklage wichtigen Belastungszeugen auf Widersprüche in seinen diversen Aussagen aufmerksam. Der erklärte sinngemäß, für ihn zähle nur das Gericht, alle anderen Aussagen hätten dem Zweck gedient, Grasser dorthin zu bringen, wo er jetzt sitzt – also auf die Anklagebank.

Die Befragung endete lautstark, mit der weithin hörbaren Erklärung der Vorsitzenden des Richtersenats, Marion Hohenecker, dass sie die Sitzungspolizei sei und dass sie nun den Verhandlungstag beende. Ramprecht wird also nochmals kommen müssen, mindestens einmal. Für die Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung. Renate Graber und Nora Laufer berichten live. (gra)