Blaue Listendritte Steger im Chat: FPÖ nicht für EU-weites Tempo 140

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Die FPÖ-Nationalratsabgeordnete und EU-Kandidatin war Gast im STANDARD-Chat


Weil sich Harald Vilimsky, FPÖ-Spitzenkandidat für die EU-Wahl, terminlich nicht für den STANDARD-Chat freimachen konnte, kam am Montag die blaue Listendritte Petra Steger: Die Nationalratsabgeordnete, bis dato Europa- und Sportsprecherin der Partei, will nach der Europawahl am 26. Mai ins EU-Parlament wechseln. Ihr ist ein Mandat so gut wie sicher, denn die FPÖ kann gemäß Umfragen mit einem zusätzlichen Mandat, also fünf, rechnen.

Im Chat skizzierte Steger, wie ihre Partei den Flüchtlingsandrang im Jahr 2015 besser gehandelt hätte. Hintergrund: Weil sich die FPÖ derzeit auf Plakaten als Kämpferin gegen das "Asylchaos" stilisiert, wollte User "Monkeyman" von ihr wissen: "Wie genau wäre die FPÖ mit den Migrationsströmen umgegangen?"

Politik mit tausenden Toten

Stegers Replik: "In der damaligen Situation hätten wir zuerst jedes Land unterstützt, wie Italien oder Ungarn, ihren Außengrenzschutz sicher zu stellen und sie nicht beschimpft und als Unmenschen dargestellt." Dazu wurde für Steger "eine Politik verfolgt, die vielleicht menschlich klingt, im Endeffekt alles andere als menschlich war, weil es zu tausenden Toten geführt und die Schlepper unterstützt hat". Das FPÖ-Konzept sehe vor allem Hilfe in der Nähe von Krisengebieten vor, inklusive "Schutzzonen".

EU-weites Tempo 140 kein Thema für FPÖ

User "Glasskinn" meldete sich mit der Frage, ob die FPÖ gar für ein EU-weites Tempo 140 auf Autobahnen eintrete. Stegers Antwort unter Verweis auf die Teststrecken hierzulande: "Nein" – sehr wohl setze man sich aber für die Forschung und Entwicklung alternativer Motoren ein.

Ob sie angesichts des Brexit mit weiteren EU-Austrittsansuchen rechne, fragte "Niaonline". Steger dazu: "Diejenigen, die immer mehr Zentralismus fordern, sollten aufpassen, dass sie nicht (...) genau das bewirken, was sie verhindern wollen, die Zerstörung der EU." Das müsse verhindert werden, denn: "Die EU ist unglaublich wichtig für Frieden, Freiheit und Wohlstand." (Nina Weißensteiner, 6.5.2019)

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