Debatte zur Steuerreform: "Diese Regierung ist ein Feind des Sozialstaates"

Livebericht

Ökonom Stephan Schulmeister kritisiert im Streitgespräch die Steuersenkungen der Regierung als Schwächung des Gemeinwesens. Lukas Sustala von der Agenda Austria sagt dagegen: Den Menschen bleibt endlich mehr Geld

Was bringt die türkis-blaue Steuerreform dem Land: Ist sie ein Schritt in die richtige Richtung, oder wird hier Retropolitik gemacht? Rund um diese Frage lieferten sich der linke Ökonom Stephan Schulmeister und Lukas Sustala von der wirtschaftsliberalen Agenda Austria einen mitunter harten Schlagabtausch bei der STANDARD-Diskussion am Donnerstagabend.

Schulmeister plädierte dabei für mehr staatliche Investitionen, denn auf Österreich kämen in den kommenden Jahren immer mehr Herausforderungen zu, die nur der Staat "als unser aller Verein" lösen könne. Die Steuern zu senken sei angesichts von schlecht bezahlten Pflegern und teurem Wohnraum ein Fehler.

Sustala hielt dem entgegen: Der Staat müsste endlich beginnen, auch effizienter zu werden. So zu tun, als würde jeder eingenommene Euro in Sozialleistungen fließen, sei unsinnig. Viel Geld gehe für die Erhaltung bürokratischer und teurer Strukturen drauf. Wie die ideale Steuerreform für Schulmeister und Sustala ausgesehen hätte, warum der eine vor dem Niedergang des Sozialstaates warnt, während der andere sagt, so viel wie heute wurde noch nie ausgegeben: Sehen Sie die Debatte im Livetalk! (red, 2.5.2019)