May schließt im britischen Unterhaus zweites Brexit-Referendum aus

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Die Premierministerin will weiter mit Labour über Kompromiss verhandeln. Am Mittwoch hatte ihr die EU Zeit bis 31. Oktober gegeben, einen geregelten Brexit zu organisieren


Auf der Suche nach einem Weg aus der Brexit-Sackgasse hat die britische Premierministerin Theresa May weitere Gespräche mit der oppositionellen Labour-Partei zugesagt. Sie wolle den EU-Austritt umsetzen, für den die Briten vor fast drei Jahren beim Referendum gestimmt hätten, sagte die Regierungschefin am Donnerstag im Parlament in London.

Forderungen nach einer zweiten Volksabstimmung erteilte May eine Absage. "Ich glaube weiterhin daran, dass wir die Europäische Union sobald wie möglich mit einem Deal verlassen."

May und die 27 bleibenden EU-Staaten hatten sich in der Nacht zuvor auf dem EU-Sondergipfel in Brüssel auf einen Kompromiss geeinigt: Großbritannien bekommt für den Brexit über ein halbes Jahr mehr Zeit – bis zum 31. Oktober. Das Vereinigte Königreich kann aber auch schon früher geregelt aus der Staatengemeinschaft austreten.

Labour-Chef Jeremy Corbyn übte scharf Kritik an May. Er nannte die erneute Brexit-Verschiebung einen "diplomatischen Fehler". Sie sei ein "Meilenstein des falschen Handelns der Regierung im ganzen Brexit-Prozess", sagte der Vorsitzende der größten Oppositionspartei.

May zeige sich nun aber kompromissbereiter, so Corbyn. "Die Gespräche, die jetzt zwischen Opposition und Regierung stattfinden, sind ernsthaft, gründlich und kontinuierlich", sagt Corbyn im Parlament. "Ich begrüße auch die Signale der Regierung, dass sie möglicherweise bereit ist, sich in den Schlüsselbereichen zu bewegen, die verhindert haben, dass der Deal der Premierministerin von dieser Seite des Hauses unterstützt wird." (APA, red)