Telekom-Prozess: Diskrete Rechnungen und Golftraining im Gericht

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Die Telekom als Christkind – wie das in der Praxis aussah, heute war Ex-Vorstand Fischer mit dem Erklären dran


Wien – Der Telekom/Valora-Prozess gegen die Ex-Lobbyisten Peter Hochegger und Walter Meischberger sowie drei ehemalige Telekom-Austria-Manager ist in der zweiten Woche. Meischberger hatte sich als einziger zu Prozessbeginn für nicht schuldig erklärt, die beiden anderen legten Teilgeständnisse ab.

Vergangene Woche hatten sich Ex-Festnetzvorstand Rudolf Fischer und Hochegger redselig und geläutert gezeigt. Beide erzählten offen über Zahlungen an Politiker von ÖVP, FPÖ und SPÖ. Auch so mancher Schwank über die Selbstverständlichkeit, mit der die Telekom um Sponsoring "gebeten" wurde, wurde ausgebreitet. Heute Vormittag ist erneut Fischer am Wort. Er hat einiges zu erzählen.

Von Juli 2005 bis Ende 2005 war Meischberger für die Telekom tätig, er bekam dafür ein monatliches Pauschalhonorar à 10.000 Euro und rechnete das Ende 2005 erstmals ab. Allerdings wurden in dieser Rechnung für sechs Monate 70.000 Euro verrechnet. Warum? Konnte Fischer nicht sagen ("Da müsst ich jetzt lügen") und Meischberger sich auch nicht erklären, da müsse es sich um eine Sonderzahlung handeln, sagte der. Meischbergers Anwalt wusste es dann genauer: Ausgemacht waren 14 Zahlungen à 10.000 Euro im Jahr.

Gegeben hat es auch eine Rechnung einer Anwaltskanzlei über rund 43.000 Euro – da sei es um Kosten rund um den Private Equity Fonds gegangen, der hier schon Thema war. Warum wurde der Umweg über die Valora gegangen? Man wollte den Fonds für Einkäufe nützen, von denen die Branche nichts wissen sollte und man wollte Ad-hoc-Meldungen vermeiden. Es ging also um Diskretion.

Im Großen Schwurgerichtssaal konnte man heute auch über Fitness und Golf lernen. Fischer erzählt von Fitnessgeräten und Sponsoring, das die TA für den Golfverband durchführte. Man habe Turniere aufgesetzt und begabte Golfspieler unterstützt, sowohl auf Profi- als auch Amateurebene. Die Krönung sei gewesen, dass die höchste internationale Spielklasse nach Österreich geholt werden konnte, gemeinsam mit der Bank Austria.

Renate Graber berichete live. (red, 13.11.2018)