Kurz: Spionagefall verbessert Verhältnis zwischen Russland und der EU nicht

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Kanzler und Verteidigungsminister hielten eine kurze Pressekonferenz ab


Wien – Zu ungewöhnlicher Zeit, nämlich Freitagmorgen um 8:30 Uhr, gaben Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) einen Spionagefall beim Militär bekannt. Die "Krone" berichtet bereits seit der Früh von einem "modernen Oberst Redl" – "20 Jahre" lang habe ein Offizier für die "Russen spioniert" und "300.000 Euro kassiert".

Berufung auf Ermittlerkreise

Unter Berufung auf "Ermittlerkreise" berichtete das Kleinformat im Detail, dass sich die Causa rund um einen siebzigjährigen Oberst aus Salzburg drehe, der seine Spitzeltätigkeit für den russischen Geheimdienst bereits in den Neunziger Jahren begonnen haben soll.

Dazu Krone.at wörtlich: "Der Offizier sollte möglichst viele vertrauliche Fakten über Österreichs Luftwaffe, die Artilleriesysteme sowie über Lagebriefings übermitteln. Kurz vor seinem Auffliegen lieferte der Oberst auch Berichte über die Migrationssituation in Österreich und erstellte detaillierte Persönlichkeitsprofile vieler hochrangiger Offiziere."

Mehr als Tänzchen gefragt

Der bereits pensionierte Offizier soll wegen Paragraf 319 Strafgesetzbuch – Unterstützung eines militärischen Nachrichtendienstes für einen fremden Staat – bei der Staatsanwaltschaft angezeigt worden sein. Krone.at befindet aber jetzt schon: "Dieser Spionagefall kann Österreichs Beziehungen zu Russland nachhaltig belasten, es ist ein schwerwiegender Vertrauensverlust. Wladimir Putin sollte zur Wiedergutmachung mehr bieten als einen Hochzeitstanz."

In Reaktion auf den Spionagefall sagte Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) eine Russland-Reise ab und bestellte einen Stellverteter des Botschafters in Wien ein. Das weitere Vorgehen werde laut Kurz mit den EU-Partnern beraten, hierzulande wurde die Justiz eingeschaltet. (red, 9.11.2018)

Kurz und Kunasek veröffentlichen russischen Spionagefall beim Militär