Telekom-Prozess: Teilgeständnis von Ex-Vorstand Fischer

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Rudolf Fischer will eine Zahlung veranlasst haben obwohl er gewusst habe, dass er damit gegen Beamtendienstrecht verstoße


Der 61. Tag im Grasser-Buwog-Korruptionsprozess und gleichzeitig Tag drei im eingeschobenen Telekom-Valora-Verfahren startete mit einem Teilgeständnis von dem früheren Telekom-Vorstandsmitglied Rudolf Fischer. Er habe Zahlungen an den Mitangeklagten K. (ein früherer Beamter und schwarzer Personalvertreter) veranlasst, obwohl er gewusst habe, dass er damit gegen das Beamtendienstrecht verstoße.

Der Ex-Manager hatte schon in den letzten Tagen tiefe Einblicke in die schwarzen Kassen bei dem teilstaatlichen Konzern geliefert. "Wir haben die Politik gebraucht, das war unumgänglich", sagte er am Mittwoch. Weiters meinte er: "Wenn wir von Parteienfinanzierung reden, das war und ist in Österreich leider gang und gäbe." Fischer schilderte, wie er einen der ersten Berührungspunkte zu dem Thema hatte: "Herr Lopatka (Reinhold Lopatka, ÖVP-Funktionär, Anm.) ist zu mir gekommen und hat mir erklärt, wie die Welt funktioniert", sagte er, ohne das näher auszuführen.

Sein Fazit: Als Unternehmen habe man dann nur zwei Möglichkeiten: "Entweder Sie spielen mit und versuchen das Beste für das Unternehmen herauszuholen, oder Sie sagen Nein, und niemand interessiert sich mehr für Sie." Renate Graber wird Sie in bewährter Manier beim Prozess begleiten. (red, 8.11.2018)