Demokraten erobern Repräsentantenhaus, Republikaner verteidigen Mehrheit im Senat

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Die US-Demokraten habe das Repräsentantenhaus und mehrere Gouverneursrennen gewonnen. Auch im Senat kamen sie auf rund 55 Prozent der Stimmen. Weil sie aber in mehreren kleinen Staaten verloren und nur in wenigen großen gewannen, gibt es dafür einen Nettoverlust an Sitzen


Washington – Bei den Midterm-Elections in den USA hat sich am Mittwochmorgen ein die Erwartungen bestätigendes geteiltes Ergebnis abgezeichnet. Die Demokraten gewannen zwar das Rennen um das Repräsentantenhaus letztlich relativ deutlich – der Senat bleibt dagegen in den Händen der Republikaner. Die Partei von Donald Trump konnte nach aktuellem Auszählungsstand Sitze dazugewinnen. Ihr Sieg könnte auch noch höher ausfallen, falls die engen Rennen in Montana, Arizona und Nevada zu ihren Gunsten ausgehen.

Ein Erfolg im Senat schien für die Demokraten schon vor der Wahl relativ unwahrscheinlich. Das liegt daran, dass 26 der 35 neu zu vergebenden Sitze ohnehin schon in demokratischer Hand waren. Nur neun wurden von Republikanern gehalten. Die Hoffnungen der Demokraten, Sitze in Texas und Tennessee dazuzugewinnen, erfüllten sich nicht. In Florida, wo bisher Demokrat Bill Nelson den Sitz innehatte, zeichnet sich ein Sieg seines Konkurrenten Rick Scott ab.

Die genauen Mehrheiten im 435 Sitze zählenden Repräsentantenhaus sind vorerst noch nicht klar, laut Prognosen werden die Demokraten circa 35 Sitze dazugewinnen. Nötig für eine Mehrheit war der Zugewinn von 23 Sitzen.

Ungleiche Wahlbezirke

Gerechnet wurde im Repräsentantenhaus landesweit mit einem Vorsprung von rund neun Prozentpunkten der Wählerstimmen für die Gegner Präsident Trumps. Dieser spiegelt sich wegen der ungünstig gezogenen Wahlkreisgrenzen nicht vollständig im Ergebnis nach Sitzen wider. Auch im Senat gewannen die Demokraten rund 55 Prozent der Stimmen. Weil sie aber in mehreren kleinen Staaten verloren und nur in wenigen großen gewonnen haben, gibt es dafür einen Nettoverlust an Sitzen.

In mehreren Rennen um Gouverneursposten haben die Demokraten Siege errungen, im symbolisch wichtigen Kampf um Florida verlor Kandidat Andrew Gillum allerdings knapp gegen den Republikaner Ron DeSantis. Das Rennen in Georgia neigte sich in der Früh ebenfalls in Richtung des Republikaners Brian Kemp.

"Unglaubliche Nacht" für Trump

Trumps Sprecherin Sarah Sanders zeigte sich vorsichtig optimistisch. Es sei noch sehr früh, aber man sei bisher zufrieden, erklärte die Sprecherin. Der Präsident erlebe eine "unglaubliche" Nacht. Trump selbst gratulierte später der demokratischen Minderheitsführerin Nancy Pelosi, sprach aber auf Twitter auch von einem "gewaltigen Erfolg" für sich selbst.

Erstmals sind muslimische Frauen in den US-Kongress gewählt worden: Rashida Tlaib (42) aus dem US-Staat Michigan und Ilhan Omar (36) aus Minnesota ziehen beide für die Demokraten in das Repräsentantenhaus ein. Die Demokratin Alexandria Ocasio-Cortez wird mit 29 Jahren die jüngste Frau, die jemals in den Kongress gewählt wurde. (mesc, maa, red, 7.11.2018)

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