Chat mit Hans Rauscher: Was ist liberal?

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Die liberale Demokratie gilt als erfolgreichstes politisches Modell der Geschichte. Bedroht wird sie durch autoritäre und illiberale Strömungen


"Was bedeutet heute liberal?", fragt STANDARD-Autor Hans Rauscher in seinem aktuellen Essay. Der Liberalismus hat sich seit der Aufklärung als Fundament der westlichen Demokratien durchgesetzt und gilt laut Rauscher als das "erfolgreichste politisch-ökonomisch-kulturelle Modell der Geschichte". Als Grundprinzipien des Liberalismus werden "freie und faire Wahlen, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit, Medienfreiheit sowie der Schutz fundamentaler Rechte" verstanden.

Autoritäre Strömungen als Bedrohung

Diese liberale Wertebasis wird zunehmend durch autoritäre Strömungen bedroht. Hans Rauscher sieht in "der Zurückdrängung der liberalen Demokratie in den Ländern des Westens und dem ihr drohenden Ersatz durch eine illiberale oder autoritäre Demokratie" das größte Thema unserer Zeit. Österreich hat im Übrigen historisch bedingt keine ausgeprägte liberale Tradition. Die Begriffe links und liberal werden im öffentlichen Diskurs oft vermischt und mit einem spöttelnden Unterton versehen. Umso mehr gilt es daher, "den autoritären Versuchungen nicht nachzugeben. Ja, sie sogar aktiv zu bekämpfen." Hans Rauscher sieht darin den Wesenskern des Liberalen.

Was geht uns das an?

Hat die liberale Demokratie ausgedient? Was bedeutet für Sie "liberal"? Wo sehen Sie die größte Bedrohung für den Liberalismus? Mit welchen Maßnahmen kann die liberale Demokratie geschützt werden? Gibt es in Österreich überhaupt Liberalismus, und welche gesellschaftspolitischen Strömungen sehen Sie auf dem Vormarsch? Hans Rauscher diskutiert darüber ab 12 Uhr mit der STANDARD-Community. (Christian Eidherr, 7.6.2018)