Zinggl und Rossmann sind die neuen Klubchefs der Liste Pilz

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Die beiden früheren Grünen-Abgeordneten Wolfgang Zinggl und Bruno Rossmann führen den Klub gemeinsam


Wolfgang Zinggl und Bruno Rossmann werden sich die Klubspitze künftig teilen, gaben die beiden Abgeordneten der Liste Pilz am Donnerstag bekannt. "Wir haben eine wichtige Entscheidung getroffen – rechtzeitig und einstimmig", erklärte Rossmann, der Klubchef wird. Zinggl übernimmt das Amt des geschäftsführenden Obmanns.

Kolba hatte angekündigt, sich wegen seiner Nervenerkrankung mit Ende Mai aus der Funktion des Klubobmannes zurückzuziehen, im Nationalrat will er aber als Abgeordneter bleiben.

Bei der Präsentation ging es nur um die neue Klubführung – aber nicht um die mögliche Rückkehr von Listengründer Peter Pilz in den Nationalrat. Die Frage, wer außer Martha Bißmann Platz für Pilz machen könnte, bleibt offen, so Zinggl. Es gebe für die Liste Pilz nur die Option, dass Martha Bißmann gehe – denn niemand sonst werde auf das eigene Mandat verzichten. Derzeit habe man aber keinen Kontakt zu ihr.

Bißmann rückte im November anstelle des Listengründers ins Parlament nach. Nachdem die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen Peter Pilz einstellt hat, sollte sie dazu bewegt werden, ihr Mandat wieder an ihn zurückzugeben – bisher erfolglos. Die 38-jährige Steierin will im Parlament bleiben. Anfang der Woche tauchte eine Punktation auf, in der Forderungen für einen Mandatsverzicht festgehalten wurden. Bißmann bestreitet alleinige Urheberin gewesen zu sein, der Forderungskatalog sei im Teamwork mit dem Listengründer entstanden.

Bißmann will sich weiterhin in die Klubarbeit einbringen. Den Vorwurf, nicht gewählt worden zu sein und auf einem von Pilz geliehenen Mandat zu sitzen, wies sie zurück. Peter Pilz habe auch auf der Bundesliste auf Platz eins kandidiert, nicht nur auf der steirischen Liste, er könne also auch über diese zurückkehren. Wer für ihn den Nationalrat verlassen sollte, sagte Bißmann nicht. Sie betonte aber, dass der Klub über vier junge Frauen verfüge, die Visionen hätten. Die älteren Männer in der Fraktion hingegen würden in Pension gehen und nicht mehr bei der nächsten Wahl antreten.

"Ich stehe dazu, ich bleibe dabei", betont Bißmann, Abgeordnete zu bleiben. Es habe auch keinen Deal mit dem Listengründer gegeben, dass sie bei seiner Rückkehr auf das Mandat verzichten müsse. Bißmann zeigte sich überzeugt, dass nach den jüngsten Querelen die Gräben zugeschüttet werden können: "Unbedingt, auf jeden Fall." Das sei die Politik, man müsse vernünftig sein und die Verantwortung gegenüber den Wählern wahrnehmen, so die Mandatarin. Dass Pilz zurückkehrt, hofft sie sehr. (red, APA 31.5.2018)