Sora-Forscher Hofinger: "SPÖ hat noch keine Linie gegen Türkis-Blau gefunden"

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Der Sozialforscher beantwortete die Fragen der STANDARD-User zu den Wahlen in Salzburg und Innsbruck


Wien – Zwei Wahlen wurden am Sonntag geschlagen: Bei der Landtagswahl in Salzburg triumphierte die ÖVP unter Landeshauptmann Wilfried Haslauer, die SPÖ verlor zwar, landete aber doch noch (knapp) vor der FPÖ. Die Neos schafften den Einzug in den Landtag, massiv verloren haben die Grünen.

In der Stadt Innsbruck, deren Gemeinderat ebenfalls gewählt wurde, wurde die Partei, die bei der Nationalratswahl im Oktober den Einzug nicht geschafft hatte, dagegen stärkste Partei: Der Grüne Kandidat Georg Willi war Wahlsieger in Tirols Landeshauptstadt.

Die herben Rückgänge bei SPÖ und Grünen in Salzburg erklärt Sora-Forscher Christoph Hofinger zum einen mit Verlusten an die Nichtwähler. Rot und Grün hätten mit starken Mobilisierungsproblemen zu kämpfen. Diese Nichtwähler seien aber nicht für immer für die Parteien verloren, meint der Politologe – sie würden nur bei den als weniger wichtig empfundenen Landtagswahlen daheimbleiben und könnten bei der nächsten Nationalratswahl wieder zu den Urnen gehen.

Überhaupt seien die Verhältnisse alles andere als einzementiert: Salzburg sei eine Art Swing State, meint Hofinger. Mittelfristig könnte es auch hier wieder eine linke Mehrheit geben.

Was die SPÖ-Verluste betrifft, sagt Hofinger, dass die Roten insgesamt noch keine Linie gegen Türkis-Blau gefunden hätten. Besonders spürbar sei das bei den Älteren. (red, 23.4.2018)