Facebook-Skandal: Mark Zuckerberg musste vor den US-Kongress

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Zuckerberg stellte sich einer Anhörung, die Facebooks Rolle bei dem Skandal um Cambridge Analytica beleuchten soll


Facebook-Chef Mark Zuckerberg verantwortete sich am Dienstag erstmals im Datenskandal vor dem Kongress. Die Anhörung vor dem Justiz- und Handelsausschuss des Senats begann mit leichter Verspätung gegen 20.30 Uhr (MESZ) – in Washington D.C. war es da gerade früher Nachmittag. Das Hearing sollte dazu dienen, mehr Licht in die Rolle Facebooks in der Affäre zu bringen. Firmenangaben zufolge könnten persönliche Informationen von bis zu 87 Millionen Nutzern an die britische Politikberatungsfirma Cambridge Analytica zweckwidrig weitergegeben worden sein, um den Wahlkampf von Präsident Donald Trump vor zwei Jahren zu unterstützen.

Russische Propaganda

Spektakuläre Enthüllungen gab es im Lauf des Abends aber nicht. Zuckerberg bestätigte allerdings, dass Facebook-Mitarbeiter bereits von US-Sonderermittler Robert Mueller befragt worden sind. Dieser untersucht momentan russische Einflussnahme auf die US-Präsidentschaftswahl 2016. Zuckerberg konnte nicht beantworten, ob Facebook-Mitarbeiter bei Trumps Kampagne mit Cambridge Analytica in Kontakt kamen.

Schriftliches Schuldeingeständnis

Bezüglich der Weitergabe von Nutzerdaten hat Zuckerberg bereits vorab ein schriftliches Schuldeingeständnis eingereicht, in dem er einräumt, bisher nicht genug getan zu haben: "Es war mein Fehler. Es tut mir leid. Ich habe Facebook gegründet, ich leite die Firma, und ich bin verantwortlich für das, was hier passiert ist." In dieser Tonart ging es auch während des Hearings weiter.

Auch tausende Österreicher betroffen

Facebook befindet sich in der größten Krise der Unternehmensgeschichte. Begonnen hat diese mit dem Skandal um Cambridge Analytica, das Daten von bis zu 87 Millionen Facebook-Nutzern sammelte und sie etwa für den Wahlkampf von Donald Trump verwendet haben soll. Der Großteil der Betroffenen, 70,6 Millionen, lebt in den USA, aber mehr als 33.000 sollen aus Österreich stammen. Seit Montag sollen betroffene Nutzer auf ihrem Newsfeed darüber informiert werden.

Zuckerbergs Anhörung war mit Spannung erwartet worden, da der Facebook-Chef als durchaus öffentlichkeitsscheu gilt. Anfangs war Zuckerberg noch anzusehen, dass er sich in dem Szenario eines Hearings unwohl fühlt, bei der Beantwortung seiner Fragen zeigte er sich jedoch sicher und gelassen. Die Fragen der US-Senatoren konnte er großteils mühelos beantworten.

Die US-Konsumentenschutzbehörde FTC und Generalstaatsanwälte von 37 Bundesstaaten ermitteln nun in dem Fall. Facebook hat indes zahlreiche Veränderungen angekündigt. (red, 10.4.2018)

Nachlese

Zuckerberg zu Facebook-Datenskandal: "Es war mein Fehler"

Frage & Antwort: Daten tausender Österreicher von Facebook abgesaugt