Sora-Forscher Hofinger: Viele Grüne und Blaue gingen nicht zur Kärnten-Wahl

Chat

Der Sozialforscher im STANDARD-Chat zu interessanten Wählerwanderungen und den Rätseln der Mandatsverteilung


Klagenfurt – Den Wahlsieg der Kärntner SPÖ führt der Sozialforscher Christoph Hofinger auf den Spitzenkandidaten Peter Kaiser, "verbunden mit seiner Landespartei und etwas bundespolitischem Rückenwind", zurück. Kaiser sei offenbar nach der Ära Haider "das richtige Kontrastprogramm", schreibt der Sora-Forscher im STANDARD-Chat nach der Landtagswahl.

Die FPÖ hatte dagegen ein Mobilisierungsproblem, denn "wenn die eigene Partei in der Bundesregierung ist, führt dies bei der FPÖ zu Mobilisierungsschwäche". Bei den bisher drei Landtagswahlen dieses Jahres hat sie nur 40 bis 53 Prozent ihrer Wähler von der Nationalratswahl im Oktober wieder zur Stimmabgabe bringen können.

Überraschende Grüne

Überrascht zeigt sich Hofinger davon, dass auch so viele Wählerinnen und Wähler der Grünen bei der Landtagswahl zu Hause geblieben sind. Er vermutet unter anderem, dass der sichere Wahlsieg Kaisers potenzielle Grün-Wähler demobilisiert hat.

Zur Frage, wie es möglich ist, dass die SPÖ viel mehr Stimmen bekam als andere Parteien, aber nicht auch viel mehr Sitze im Landtag, sagt Hofinger, dass die SPÖ paradoxerweise "zu ihrem eigenen Schaden erfolgreich" war: Sie hat sich viele Mandate in den Wahlkreisen "teuer eingekauft". Mehr Details finden Sie in dieser Chat-Nachlese. (red, 5.3.2018)