Buwog-Prozess: Ex-Banker Starzer über Lügen und Schlösser

Liveticker

Am 17. Verhandlungstag wurde erneut Ex-Banker Georg Starzer befragt


Wien – Heute, am 17. Verhandlungstag im Korruptionsprozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser und andere ging der Frage-Marathon mit Ex-RLB-Banker Georg Starzer weiter. Es waren die Staatsanwälte mit ihren Fragen dran. Die interessierte naturgemäß, warum die anderen lügen.

Petrikovics versuche seine Haut zu retten, und Hochegger habe dasselbe Motiv, sagt Starzer da. Es gehe darum, dass die beiden von Regressansprüchen bedroht seien, für den Ex-Immofinanzchef sei es komfortabler, wenn er nur für eine Hälfte der Hochegger-Provision zuständig gewesen wäre. Auch Richterin Hohenecker fragte noch nach, ebenso die Anwälte der Mitangeklagten. Grassers Rechtsanwalt Norbert Wess wollte etwa wissen, ob Starzer Wahrnehmungen hatte, ob Grasser ins Buwog-Verkaufsverfahren manipulativ eingegriffen oder Bestechungszahlungen gefordert habe? "Nein", sagt Starzer.

Schloss Leopoldstein

Auch das steirische Schloss Leopoldstein war immer wieder Thema. Das Schloss ist im Besitz der WAG, einer der Bundeswohnungsgesellschaften, die von Grasser privatisiert wurden. Mit der Privatisierung kam die WAG teilweise in den Besitz der RLB OÖ – und damit auch das Schloss. Laut Peter Hochegger habe ihm die RLB OÖ das Schloss Leopoldstein angeboten, um seine Provision zu zahlen – was RLB-Ex-Vorstand Georg Starzer dementierte. Denn laut Starzer hatte die Raiffeisenbank OÖ ja überhaupt kein Beraterverhältnis mit Hochegger, daher sei auch nach der erfolgreichen Bieterverfahren keine Provision an Hochegger zu zahlen gewesen. Der Lobbyist schilderte das genau gegensätzlich, er habe sehr wohl mit Starzer eine Vereinbarung gehabt und von Raiffeisen-Seite dann das steirische Schloss angeboten bekommen. Er brauche aber kein Schloss, versicherte Hochegger im Prozess bereits mehrmals, daher habe er weiter sein Geld eingefordert.

Renate Graber berichtete live aus dem Gericht.

( red, 15.2.2018)