Kommunikationswissenschafter Hajo Boomgaarden über Politik als Spektakel

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Hajo Boomgaarden beantwortete die Fragen der User im Chat


Wien – "Wahlkampf ist Zeit fokussierter Unintelligenz", lautet ein Bonmot des scheidenden Wiener Bürgermeisters Michael Häupl. Wenn durch Wahlen bedingt die Gemeinde, die Republik oder gar die Welt kopfsteht – denken wir an US-Präsident Trump –, haben Sozialwissenschafter ein Interesse daran, die Gründe dafür zu verstehen.

Kommunikationswissenschafter Hajo Boomgaarden ist ein solcher. Als Experte für politische Kommunikation beschäftigt er sich mit Wahlkampfberichterstattung und medialen Phänomenen und interpretiert diese. Wahlkämpfer setzen immer häufiger auf unpolitische Faktoren, und es wird vermehrt auf die handelnden Personen zugespitzt. Tabubrüche werden strategisch genutzt, Wahlkampf wird immer öfter zur Arena eines Spektakels.

Die Bürger interessieren sich weniger für Politik als für das, was hinter den Kulissen passiert. Welche Bedeutung haben in diesem Spektakel die traditionellen Nachrichtenmedien, welche Rolle spielen alternative Medien wie "Breitbart" und "Unzensuriert", und was bedeutet es, wenn politische Akteure die klassischen Medien gar nicht mehr benötigen, um ihre Botschaften zu platzieren – Stichwort Social Media? Hajo Boomgaarden diskutierte im STANDARD-Chat mit der Community über Fake-News, Dirty Campaigning, "neuen Stil" in der politischen Kommunikation und die Frage, was diese Veränderungen für eine Gesellschaft bedeuten. (mahr, 10.1.2018)

Hinweis: Die "Semesterfrage" ist eine entgeltliche Einschaltung in Form einer Kooperation mit der Universität Wien. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim STANDARD.

Einladung zur Podiumsdiskussion an der Universität Wien mit dem ehemaligen deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck: Am 15. Jänner moderiert nach einer Einleitung von Heinz Fischer Hanno Settele vom ORF die Podiumsdiskussion zur Semesterfrage:

  • Magdalena Pöschl, Verfassungsjuristin
  • Hajo Boomgaarden, Kommunikationswissenschafter
  • Oliver Schmitt, Osteuropahistoriker