Grasser-Prozess geht nun in die Weihnachtspause

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Peter Hochegger erzählte am Donnerstag viele Details, große Neuigkeiten gab es nicht


Wien – Der siebente Tag im Grasser-Prozess brachte mit der Fortsetzung der Einvernahme des Lobbyisten Peter Hochegger zwar viele Details zu Lobbying-Fällen und Interna, aber keine großen Neuigkeiten. Richterin Marion Hohenecker ging mit Hochegger seine zahlreichen bisherigen Einvernahmen durch. Der Prozess im Wiener Straflandesgericht geht nun in die Weihnachtspause und wird am 9. Jänner fortgesetzt.

Hochegger berichtete über zahlreiche Lobbying-Causen, teilweise mit Walter Meischberger, der nun ebenfalls auf der Anklagebank sitzt. Im Zentrum stand natürlich die Buwog-Provision von 9,6 Mio. Euro, die von der Immofinanz-Gruppe als Teil des siegreichen Österreich-Konsortiums an Hochegger mittels Scheinrechnungen gezahlt worden war, offenbar um die Beratung durch Hochegger zu verstecken.

Denn Hochegger hatte höchst geheime Informationen aus dem Bieterverfahren von Meischberger erfahren und an den damaligen Immofinanz-Chef Karl Petrikovics weitergegeben: Die Höhe der Gebote der beiden verbliebenen im Rennen, der CA Immo und des Österreich-Konsortiums, sowie dass das Konsortium mehr als 960 Mio. Euro bieten müsse, um bei der Privatisierung der Wohnungen erfolgreich zu bieten. Mit dem Gebot von 961 Mio. Euro bekam das Konsortium dann den Zuschlag, die unterlegene CA Immo bot 960 Mio. Euro. Das war die Höhe ihrer Finanzierungsgarantie, und das hatte sie im geheimen Bieterverfahren erklärt.

Renate Graber und Nora Laufer berichteten live aus dem Wiener Straflandesgericht. Jetzt ist erst einmal Weihnachtspause, am 9. Jänner ist der nächste Verhandlungstag. (red, APA, 21.12.2017)