Grasser-Anwalt im Buwog-Prozess: "So kann man nicht anklagen"

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Der "Märchenstunde" begegnet Grasser-Anwalt Wess am dritten Tag mit scharfen Vorwürfen gegen die Staatsanwaltschaft. Sie habe in der Anklageschrift gepatzt


Am Donnerstag ging der Buwog-Prozess gegen Karl-Heinz Grasser und mehr als ein Dutzend weitere Angeklagte mit der ganztägigen Powerpoint-Präsentation von Grasser-Zweitverteidiger Norbert Wess weiter. Das Plädoyer der Staatsanwaltschaft vom Vortag sei kein rechtliches, sondern ein politisches gewesen, sagte Wess. "Das war eine Show, die ich so noch nie erlebt habe."

In seiner Präsentation ging der Anwalt auf Passagen aus der Anklageschrift ein, in denen Zeugenaussagen aus dem Kontext gerissen und missinterpretiert worden seien. Außerdem befürchtet Wess, der Schöffensenat sei nicht richtig über Anklagepunkte informiert worden.

Angesichts des schleppenden Starts eines der größten Korruptionsprozesse der Zweiten Republik mehren sich inzwischen die Stimmen, die eine Prozessdauer von einem Jahr noch für zu kurz halten.

Grasser-Verteidiger Manfred Ainedter ortete am Vortag "Grimms Märchen" beim Plädoyer der Korruptionsstaatsanwaltschaft.

Aus dem Gerichtssaal berichteten Renate Graber und Andreas Schnauder. (red, 14.12.2017)