Grasser-Anwalt beim Buwog-Prozess: "Um Geld ging es ihm nie"

Liveticker

Am Mittwoch trug die Anklagebehörde ihre Sicht der Dinge vor, für Grasser-Anwalt Ainedter eine "Märchenstunde". Am Donnerstag will er via Powerpoint erklären, was wirklich geschah


Buwog-Richterin Marion Hohenecker hat sich ein intensives Prozessprogramm vorgenommen. Noch vor Weihnachten finden inklusive Mittwoch sechs Verhandlungstage statt. Am Tag zwei im Buwog-Prozess war die Korruptionsstaatsanwaltschaft am Wort. Für Staatsanwalt Gerald Denk ist die Angelegenheit eindeutig: Karl-Heinz Grasser habe als Finanzminister kassiert und ein System der organisierten Kriminalität aufgebaut. "Es ging um Geld, Gier und Geheimnisse." Man hört vieles, was in verschiedener Form schon durch die Medien gegeistert ist, vom Schwiegermuttergeld über gefüllte Kuverts bis zu Briefkastenfirmen. Die Rede ist auch von Störgeräuschen und Nebelgranaten.

Grasser-Anwalt Manfred Ainedter sieht das naturgemäß ganz anders. "Um Geld ging es Grasser nie", sagt er. Am Donnerstag soll dann ganz genau erklärt werden, wie.

Die Republik Österreich fordert von Grasser und seinen ehemaligen Freunden Walter Meischberger, Peter Hochegger, Ernst Karl Plech und mehreren weiteren Angeklagten im Korruptionsprozess 9,6 Millionen Euro an Schadenswiedergutmachung für den Verkauf der Bundesimmobilienanstalt (Buwog) plus 200.000 Euro für die Einmietung der Finanz in den Linzer Terminal Tower. Früher als erwartet ist die Verhandlung am Mittwoch aus. Durch den kurzen Tag begleitete sie Renate Graber. (red, 13.12.2017)