Grüne: Lunacek und Felipe treten zurück, Kogler übernimmt die Parteiführung

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Werner Kogler wird interimistischer Grünen-Chef, Lunacek legt alle Funktionen nieder, Felipe bleibt Landesrätin


Wien – Erste Konsequenzen aus dem grünen Wahldebakel wurden bei den Grünen gezogen. Bundessprecherin und Tiroler Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe hat im Bundesparteivorstand ihren Rückzug von der Parteispitze verkündet, Landesrätin in Tirol bleibt Felipe aber. Auch Ulrike Lunacek trat am Abend zurück, nach Brüssel ins EU-Parlament werde sie nicht zurückkehren, sondern als "Bürgerin weiterarbeiten". Werner Kogler wird interimistischer Parteichef. Lunaceks Mandat im EU-Parlament bekommt Thomas Waitz.

Auch die Freiheitlichen haben über die Konsequenzen nach der Wahl beraten. Vor einer Sitzung des FPÖ-Vorstands wollten sich die Freiheitlichen nicht auf eine Koalitionsvariante festlegen, eine Tendenz zu Schwarz-Blau war aber erkennbar. So verwies etwa der Dritte Nationalratspräsident Norbert Hofer darauf, dass das Wahlprogramm der ÖVP eindeutig freiheitliche Handschrift trage.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat angekündigt, die inhaltlichen Ziele der nächsten Regierung "sehr genau prüfen" zu wollen. "Die europäischen Grundwerte müssen der Kompass für die Zukunft Österreichs bleiben", sagte Van der Bellen in der Hofburg. Dort hatte die aktuelle Bundesregierung am Montag ihren Rücktritt, die sogenannte Demissionierung, angeboten.

Van der Bellen nahm dieses Angebot an und beauftragte den Konventionen entsprechend die Regierung mit der Weiterführung der Geschäfte bis zur Bildung einer neuen Regierung. (red, 17.10.2017)