SPÖ-Gremien stimmen für Koalitionsgespräche mit ÖVP und FPÖ

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Ein paar Mandate könnten noch wandern: Mehr als 750.000 Wahlkartenstimmen werden noch ausgezählt – Erste Rücktrittsaufforderung bei Grünen


Wien – Die SPÖ hat am Montagnachmittag in ihren Parteigremien beschlossen, entlang des schon vorher festgelegten "Wertekompasses" Gespräche mit allen Parteien über eine Koalition zu führen, sofern man dazu eingeladen wird. Betroffen ist davon also die ÖVP, aber auch die FPÖ.

Wiens Bürgermeister Michael Häupl dementierte Widerstand aus seiner Landespartei. Er sei nicht gegen Gespräche mit den Freiheitlichen, eine Koalition wolle er aber freilich weiterhin nicht.

Nach derzeitigem Stand – 750.000 Wahlkarten müssen noch ausgezählt werden – haben die Sozialdemokraten Platz zwei erreicht. Eine Zusammenarbeit mit der ÖVP, aber auch Rot-Blau würde sich also ausgehen. Dazu sagte SPÖ-Chef Christian Kern am Montag, dass er mit allen Parteien auf Basis des SPÖ-Wertekatalogs reden wolle. "Zurufe von links oder rechts kann man ignorieren", sagt er und meinte damit wohl Häupl.

Die Grünen – die nach derzeitigem Stand nicht den Sprung ins Parlament schaffen – beraten erst am Dienstag über ihr schlechtes Ergebnis. Eine erste Rücktrittsaufforderung richtete der scheidende grüne Bezirksvorsteher von Wien-Neubau, Thomas Blimlinger, an den Bundesvorstand.

ÖVP fix auf Platz eins

Sebastian Kurz hat mit seiner ÖVP am Sonntag den ersten Platz sicher erreicht. Die FPÖ liegt als künftige Kanzlermacherin knapp hinter der SPÖ auf Rang drei. Die Grünen müssen auf die Wahlkarten hoffen, damit sie wieder in den Nationalrat einziehen, laut Hochrechnungen sind ihre Chancen aber gering. Peter Pilz scheint relativ sicher in den Nationalrat einzuziehen, ganz fix ist aber auch das erst am Donnerstag. Den Neos ist ihr Platz im Parlament sicher. (red, 16.10.2017)