CSU will in Fraktion mit CDU bleiben – Merkel will trotz Absage auch mit der SPD sprechen

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CSU-Chef Seehofer: "Es wird keine Trennung von der CDU geben" – FDP und Grüne stellen Forderungen für Koalition


Das vorläufige Endergebnis der deutsche Bundestagswahl liegt vor. Die CDU/CSU ist trotz massiver Verluste klar stärkste Kraft vor der abgeschlagenen SPD. Dritter wurde die AfD.

Das vorläufige Endergebnis lautet:

  • CDU/CSU: 33,0 Prozent (246 Mandate)
  • SPD: 20,5 Prozent (153 Mandate)
  • AfD: 12,6 Prozent (94 Mandate)
  • FDP: 10,7 Prozent (80 Mandate)
  • Linke: 9,2 Prozent (69 Mandate)
  • Grüne: 8,9 Prozent (67 Mandate)
  • Sonstige: 5,0 Prozent

Rechnerisch ist damit außer einer erneuten großen Koalition nur ein Jamaika-Bündnis aus Union, Grünen und FDP möglich. Von diesem ist allerdings die bayerische CDU-Schwesterpartei CSU nicht begeistert. Ihr Chef Horst Seehofer machte am Montag Druck und stellte nach Informationen zahlreicher deutscher Medien die Fraktionsgemeinschaft mit der CDU im Bundestag infrage. Später ruderte er allerdings zurück: Es werde keine Trennung geben, die CSU wird das Fraktionsabkommen mit der CDU am Dienstag unterzeichnen.

Auch die Chefs der FDP und der Grünen stellen Forderungen für eine Teilnahme an der Koalition. Beide drängten am Montag darauf, möglichst viele ihrer eigenen Inhalte in eine Regierung mitnehmen zu können und kritisierten den Wahlkampf der jeweils eigenen Partei. Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte an, trotz der Verweigerung der SPD auch mit den Sozialdemokraten Gespräche führen zu wollen.

SPD-Chef Martin Schulz bekräftigte in einer Rede vor Anhängern noch einmal, dass er seine Partei in die Opposition führen wolle. Als Fraktionsvorsitzende schlug er die bisherige Arbeitsministerin Andrea Nahles vor. Besonders die CSU hofft allerdings, dass sich die Sozialdemokraten den Gang in die Opposition noch einmal überlegen.

In der AfD gärt es derweil trotz ihres Wahlerfolgs: Parteichefin Frauke Petry erklärte bei einer Pressekonferenz mit der Parteispitze, dass sie nicht der Bundestagsfraktion ihrer Partei angehören, sondern ihr Mandat als wilde Abgeordnete führen will. (APA, red, 25.9.2017)