Genetikerinnen im Chat: Genome Editing und das optimierte Leben

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Die Biochemikerin Elena Kinz und die Genetikerin Karin Garber beantworteten Ihre Fragen zum wichtigsten genetischen Werkzeug der vergangenen Jahre: der "Gen-Schere" CRISPR/Cas9


Wien – Mit dem molekularbiologischen Werkzeug CRISPR/Cas9 – auch als "Gen-Schere" bekannt – ist es möglich, genetische Veränderungen so schnell und so kostengünstig wie nie zuvor durchzuführen: Gene können damit zielsicher angesteuert werden und in der DNA geschnitten werden – bei Pflanzen, Tieren und beim Menschen. Für die Entwicklung der Methode dürfte demnächst der Medizinnobelpreis winken.

Die Hoffnungen, die in die neue Technologie gesetzt werden, reichen von künftigen Therapiemethoden für bisher unheilbare Krankheiten über präzise Eingriffe in die Gene von Pflanzen für Nahrungsmittel der Zukunft bis hin zu umstrittenen Visionen von maßgeschneiderten Genen bei künstlicher Befruchtung. Auch die Züchtung neuer Tierarten, etwa besonders muskulöse Hunde oder die Erschaffung von Einhörnern, wird angedacht und teils schon durchgeführt.

Andererseits stehen auch Sorgen vor ungeahnten Folgen der Technologie und offene Fragen im Raum. Wie sicher ist die Anwendung am Menschen? Was bedeutet die rasante Entwicklung etwa für die Nahrungsmittelsicherheit, und welche ökologischen Folgen sind denkbar? Was ist mit Missbrauch – könnte mit CRISPR/Cas9 eine neue Generation von Biowaffen entwickelt werden?

So vergeht kaum eine Woche, in der nicht eine weitere CRISPR-Publikation erscheint. Doch ein breiter Diskurs darüber, was die Technologie bringen kann und worin die Risiken und Gefahren liegen, hinkt den rasanten Fortschritten in der Forschung deutlich hinterher.

Die Wissenschaftsredaktion des STANDARD hat sich daher entschieden, die zweite Ausgabe des Magazins "Forschung" unter das Schwerpunktthema "Das optimierte Leben: Wie die 'Gen-Schere' die Welt verändert" zu stellen. Seit Mittwoch ist das Magazin in ausgewählten Trafiken und im STANDARD-Onlineshop erhältlich.

Die Genetikerin Karin Garber und die Biochemikerin Elena Kinz vom Verein Open Science, der den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit fördern will, waren am Mittwoch im STANDARD-Chat zu Gast und haben Ihre Fragen zum Thema beantwortet. (red, 20.6.2017)