Jeloschek will Schaden nicht beurteilen

Liveticker

Am Nachmittag ist der technische Leiter der Eurofighter-Taskforce, Brigadier Jeloschek, geladen


Wien – Der Eurofighter-Untersuchungsausschuss setzt am Donnerstag seine Arbeit fort. Geladen sind Stefan Kammerhofer, Kabinettschef des damaligen Verteidigungsministers Norbert Darabos (SPÖ), und Brigadier Erwin Jeloschek, technischer Leiter der Eurofighter-Taskforce. Auskunft erwarten sich die Abgeordneten unter anderem über technische Details sowie die Vergleichsverhandlungen.

Der Minister habe ebenso wie der damalige SP-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer und auch er selbst alles daran gesetzt, aus dem Vertrag auszusteigen. "Der Ausstieg ist heute noch mein Ziel", sagte Kammerhofer bei seiner Befragung.Die Hoffnung sei groß gewesen, aufgrund der Korruptionsklausel aussteigen zu können, die "Smoking Gun" sei aber im damaligen U-Ausschuss nicht aufgetaucht. "Wenn es die Möglichkeit gegeben hätte, dass wir rauskommen mit der Korruption, wären wir in der Sekunde ausgestiegen", betonte er.

Im Ausschuss untersucht wird der Vergleich des damaligen Verteidigungsministers Darabos mit Eurofighter. Der heutige burgenländische Soziallandesrat handelte eine Reduktion der Stückzahl von 18 auf 15 aus, gab sich mit sechs gebrauchten Fliegern zufrieden, verzichtete auf die Umrüstung auf die modernere Tranche 2 und auch auf ein Nachtflug- sowie Feinderkennungssystem. Von den versprochenen 370 Millionen Euro Einsparungen hält der Rechnungshof nur rund 267 Millionen für gesichert.

Der als Generalmajor in Pension gegangene seinerzeitige Brigadier Erwin Jeloschek war der zweite Zeuge im Eurofighter-U-Ausschuss. Der frühere Leiter der Eurofighter-Taskforce beschrieb den Weg, wie es statt des geplanten Ausstiegs letztlich zum Eurofighter-Vergleich unter Verteidigungsminister Darabos im Jahr 2007 kam. "Wir hatten keine Rücktrittsgründe", betonte er.

DER STANDARD berichtet live ab 9 Uhr. (8.6.2017)