Queen erteilt May Auftrag zur Regierungsbildung

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Premierministerin ist auf Unterstützung der nordirischen Democratic Unionists angewiesen – Labour fasst Minderheitsregierung ins Auge


London – Bei der britischen Unterhauswahl haben die Konservativen um Regierungschefin Theresa May überraschend ihre absolute Mehrheit verloren. Die Tories erreichten 318 Sitze, 326 sind für eine absolute Mehrheit notwendig. Die Labour Party konnte deutlich zulegen und liegt bei 261 Sitzen. Ein einziger Sitz ist noch ausständig.

Das Ergebnis ist ein schwerer Schlag für die Premierministerin. Sie wollte durch die vorgezogene Wahl die absolute Mehrheit der Konservativen im Unterhaus ausbauen und sich damit Rückendeckung für ihre Linie bei den Austrittsverhandlungen mit der EU holen.

Die Tories müssen sich nun Koalitionspartner suchen, um weiterregieren zu können. May erhielt am Freitag bereits von der Queen den Auftrag zur Regierungsbildung. Die Nordirischen Unionisten haben angekündigt, May zu unterstützen, eine formelle Koalition halten sie aber nicht für erforderlich.

Labour fasst indessen eine Minderheitsregierung ins Auge. Sie könnte sich mit den schottischen Nationalisten und den Liberaldemokraten zusammentun.

Damit könnte sich auch der Beginn der Brexit-Verhandlungen verzögern. Aber auch der Parteivorsitz Mays bei den Konservativen könnte infrage stehen und schließlich eine zweite Unterhauswahl in diesem Jahr erforderlich machen.

Insgesamt 650 Parlamentssitze wurden nach dem Prinzip "The winner takes all" vergeben, der Sitz eines Wahlkreises ging also an jene Partei, die die relative Mehrheit erreichte. DER STANDARD begleitet die Wahl weiterhin live. (red, 9.6.2017)