"Macron bewies, dass man kein Rechtspopulist sein muss, um Mehrheit zu bekommen"

Chat

Historiker Wolfgang Schmale beantwortete Userfragen zum Ausgang der Präsidentenwahl in Frankreich


Obwohl der neue französische Präsident Emmanuel Macron schon eine recht gute Basis an Kandidaten haben dürfte, bleibt es ein interessantes Experiment, ohne eigene Partei in die Parlamentswahlen im Juni zu gehen, meint der Frankreichexperte und Historiker Wolfgang Schmale im Chat auf derStandard.at. Bis dahin sollte Macron politisch die Dynamik nutzen, um Reformen in der EU anzustoßen. Innenpolitisch wird zu Macrons größten Herausforderungen wohl ein wirtschaftlicher Strukturwandel in Frankreich sein, ein Projekt, bei dem es kaum schnell Erfolge geben wird.

Der Front National von Marine Le Pen hat seiner Meinung nach bei den Wahlen ein maximales Potenzial von etwa 30 Prozent. Marine Le Pen ist aber nach Meinung von Schmale derzeit unersetzbar, einen umfangreichen Machtkampf in der Partei sieht er nicht bevorstehen. (red)

Wolfgang Schmale (61) lehrt seit 1999 Geschichte an der Uni Wien mit den Schwerpunkten europäische und französische Geschichte.