KSV-Kandidat: "Konkurrenzfähigkeit ist mir ziemlich egal"

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Lukas Haslwanter, Spitzenkandidat des Kommunistischen StudentInnenverbands, stellte sich den Fragen der Userinnen und User


Der Kommunistische StudentInnenverband will sich gegen die "Bildungsökonomisierung" einsetzen. Unter anderem soll das Bologna-System – bestehend aus Bachelor- und Masterstudien – abgeschafft und die Diplomstudien wiedereingeführt werden, fordert Spitzenkandidat Lukas Haslwanter im STANDARD-Chat. Außerdem sollen Rektoren künftig nicht mehr in Berufungsverfahren bei Personalentscheidungen intervenieren können und der nach KSV-Ansicht "entdemokratisierte" Universitätsrat abgeschafft werden.

Weitere Forderungen des KSV sind ein Mindestlohn von 1.800 Euro sowie eine 30-Stunden-Woche. Gefragt, ob so nicht die Konkurrenzfähigkeit Österreichs leide, antwortet Haslwanter: "Konkurrenzfähigkeit ist mir ziemlich egal." Es gehe darum, den Lebensstandard der österreichischen Bevölkerung zu verbessern, und nicht um die "beste Chance zur Ausbeutung anderer Länder".

"Orientierung auf Klassenkampf"

"Grundsätzlich" schließt Haslwanter keine Koalitionsvariante für die ÖH-Exekutive aus. Den Unterschied zur zweiten KSV-Liste, dem KSV-Lili, erklärt Haslwanter so: "Die Lilis sind keine kommunistische Liste. Vielmehr haben sie den Marxismus über Bord geworfen." Von anderen linken ÖH-Fraktionen unterscheide sich der KSV durch die "Orientierung auf eine soziale Allianz gegen die allgemeinen Verschlechterungen in der Gesellschaft" und "die Orientierung auf Klassenkampf".

In Hinblick auf die Stichwahl zwischen Emmanuel Macron und Marine Le Pen in Frankreich bekundet Haswanter, "auch in Österreich nicht den neoliberalen VdB gewählt" zu haben, "um Hofer zu verhindern". Schließlich stehe keine "unmittelbare faschistische Machtübernahme" an. "Die Wahl des kleineren Übels hat die Linke erst in die defensive Lage gebracht, in der sie jetzt ist", sagt Haslwanter. (red, 25.4.2017)