Erdoğan fährt knappen Sieg bei Referendum ein

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"Ja"-Lager gewann mit rund 1,2 Millionen Stimmen Vorsprung


Ankara – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat den umstrittenen Volksentscheid über die Stärkung seiner Macht knapp für sich entschieden. Nach Auszählung von 99,45 Prozent der Stimmen stimmten 51,35 Prozent der Wähler mit Ja, wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete. Der Chef der türkischen Wahlbehörde bestätigte den Sieg des "Ja"-Lagers mit einem Vorsprung von 1,2 Millionen Stimmen.

Die beiden größten Oppositionsparteien CHP und HDP zogen die Legitimität der Abstimmung in Zweifel und forderten eine Neuauszählung von zwei Drittel der Stimmzettel, da es Unregelmäßigkeiten gegeben habe. Es gebe Hinweise auf eine "Manipulation der Abstimmung in Höhe von drei bis vier Prozentpunkte", erklärte die prokurdische HDP.

"Mit dem Volk haben wir die wichtigste Reform in unserer Geschichte realisiert", sagte Erdoğan am Abend in seiner Residenz in Istanbul. Als er kurz darauf vor jubelnden Anhängern auf die Straße trat, drängte er auf die rasche Wiedereinführung der Todesstrafe. Sollte er dafür keine Mehrheit im Parlament erhalten, wäre ein zweites Referendum möglich, sagte Erdoğan. (red, APA, 16.4.2017)