Was ist Journalismus? Eine Annäherung in 16 Thesen: Diskutieren Sie mit!

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"Berufung" oder "Handwerk"? Teamplayer oder Einzelkämpfer? Eine Annäherung an ein sich wandelndes Berufsbild in 16 Thesen – Was meinen Sie?

Wien – Demokratie brauche Medienvielfalt und qualitätsvollen Journalismus. Aber was ist das? Das ist der Ausgangspunkt, an dem sich 16 Thesen ranken, die die Ausbildungs- und Weiterbildungseinrichtung fjum gemeinsam mit dem Medienhaus Wien erarbeitet hat. Als "Diskussiongrundlage", betonten die Initiatoren bei der Präsentation am Donnerstag im Presseclub der Concordia. Für eine Vertiefung der Thesen soll nicht zuletzt das Publikum sorgen.

Die Glaubwürdigkeitsdebatte, Prekarisierung der Jobs und der technologische Wandel sind nur drei Punkte, die zu einer Verunsicherung der Medienbranche beitragen, sagt Andy Kaltenbrunner vom Medienhaus Wien. Der Transformation Rechnung tragen soll die Neudefinition des Berufsbildes, nach welchen Kriterien Journalisten definiert werden. "Vor zehn Jahren hat erst jeder 20. Journalist angegeben, dass er überwiegend für Online schreibt. Heute sind es gut ein Drittel, die primär digital arbeiten", sagt Kaltenbrunner unter Berufung auf Studien.

Neu diskutiert werden müsse etwa auch, welche Rolle das Gehalt als Kriterium noch spielt. In der Vergangenheit wurde es nicht selten als Voraussetzung gesehen, um als "Journalist" tituliert zu werden, aber: "Es gibt viele, die journalistisch arbeiten und weniger als beispielsweise 1000 Euro pro Monat verdienen", so Kaltenbrunner.

"Journalismus ist erlernbar", sagt fjum-Geschäftsführerin Daniela Kraus, "es wird einem nicht als künstlerischer Beruf in die Wiege gelegt". Was Journalismus ist und was nicht, werde nicht zuletzt auch das Publikum bestimmen, denn: "Es ist nicht deppert und investiert nicht in etwas, das nur als Journalismus daherkommt".

Wie sehen Sie die 16 Thesen? Diskutieren Sie mit! (red, 2.3.2017)