Sora-Meinungsforscher Ogris zu Graz-Wahl: SPÖ könnte einiges von KPÖ lernen

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Grazer Kommunisten seien eine Protestpartei, "die ohne antihumanistische Töne auskommt"


Wien – Die Graz-Wahl ist geschlagen. Die ÖVP unter Bürgermeister Siegfried Nagl hat ihren ersten Platz ausgebaut. Auch die FPÖ konnte dazugewinnen, eine schwarz-blaue Koalition geht sich in Graz damit aus. Meinungsforscher Günther Ogris vom Sora-Institut beantwortete am Montag von 12 bis 13 Uhr Fragen der User zur Wahl.

"Die Stärke der KPÖ, die Schwäche der SPÖ – und auch der FPÖ im Vergleich zu Bundeswahlen – sind nicht vergleichbar", schränkt Sora-Meinungsforscher Günther Ogris die überregionale Bedeutung des Ergebnisses der Grazer Gemeinderatswahl ein.

Die Grazer Kommunisten sei eine Protestpartei, "die ohne antihumanistische Töne auskommt", Spitzenkandidatin Elke Kahr mache "einen sehr bürgerlichen Eindruck". Die SPÖ dagegen müsse "schon lange besorgt sein". Wolle sie an Stärke gewinnen, brauche sie "auch auf regionaler Ebene charismatischere KandidatInnen" und müsse "regelmäßige Beziehungen zu Wählergruppen neu organisieren", sagt Ogris.

Das Modell der KPÖ sei "sicher für die SPÖ ein interessantes Studienobjekt, und sie könnte einiges davon lernen". Der FPÖ sei "es nicht gelungen, den Anti-Establishment-Protest zu mobilisieren", diese Rolle übernehme die KPÖ, erklärt Meinungsforscher Ogris den moderaten Zugewinn der Blauen. Bürgermeister Siegfried Nagl dagegen punktete laut Ogris als "urbaner ÖVP-Politiker mit einer relativ modernen Linie". (red, 6.2.2017)