Wifo-Chef: "Müssen uns an hohe Arbeitslosenraten gewöhnen"

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Wegen des technischen Fortschritts wird es weitere Umwälzungen am Arbeitsmarkt geben, sagt Christoph Badelt


Wien – Die Regierung soll laut Christoph Badelt die Lohnnebenkosten deutlicher senken als im neuen Regierungsprogramm vorgesehen. Das wäre besonders bei Menschen mit niedrigem Einkommen wichtig, zum Beispiel durch eine Senkung der Sozialversicherungsbeiträge, sagte der Leiter des Instituts für Wirtschaftsforschung (Wifo) im STANDARD-Chat.

Trotz steigender Beschäftigung, so Badelt, werde es wegen des technischen Fortschritts weitere Umwälzungen am Arbeitsmarkt geben. Die Gesellschaft werde sich an hohe Arbeitslosenraten gewöhnen müssen, ist er überzeugt. Kurzfristig seien Anpassungen, wie sie die Regierung plant, sinnvoll. Langfristig gebe es nur einen Weg, um die Arbeitslosigkeit zu senken: "Bildung, Bildung und noch einmal Bildung."

Qualifikationsmängel nur ein Grund

Mangelnde Qualifikationen seien aber nur ein Grund dafür, dass so viele Menschen keinen Job finden. Weitere wichtige Ursachen seien der Anstieg des Arbeitskräfteangebots durch Migration, die höhere Erwerbstätigkeit von Frauen und Älteren sowie eine zu geringe Arbeitskräftenachfrage, die nur durch mehr Wirtschaftswachstum gehoben werden könnte. (red, 2.2.2017)