Nachfolge in Niederösterreich fixiert: Auf Pröll folgt Mikl-Leitner als Landeshauptfrau

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Johanna Mikl-Leitner soll die Landes-ÖVP übernehmen, am 25. März ist Landsparteitag


In St. Pölten ist am Mittwoch die Nachfolge von Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) entschieden worden. Diskutiert wurde die Frage im schwarzen Landesparteivorstand.

Mikl-Leitner, von Pröll im vergangenen April aus dem Innenministerium zurückgeholt, setzte sich schließlich durch. Sie galt auch als die "logische" Nachfolgerin Prölls. Am 25. März findet der Landesparteitag statt, an dem sie gewählt wird.

"Historischer Tag"

Pröll sprach nach der Vorstandssitzung von einem "zweifelsohne historischen Tag". Er sei "überzeugt davon, mit dieser Persönlichkeit wird nicht nur die niederösterreichische Volkspartei, sondern Niederösterreich gut fahren".

"Wer Erwin Pröll nachfolgt, muss natürlich in große Fußstapfen treten", sagte Mikl-Leitner. Aber sie habe das politische Handwerkszeug in den vergangenen Jahren von Pröll gelernt und viel internationale, nationale "und vor allem viel Erfahrung hier in Niederösterreich sammeln" können. Ob sie sich als "Landeshauptfrau" betiteln werde? Mikl-Leitner: "Darüber habe ich noch nicht nachgedacht, aber ja, ich bin weiblich, ich bin Frau."

Schwarze Machtzirkel

"Entdeckt" hatte die studierte Wirtschaftspädagogin aus Hollabrunn einst Ex-Innenminister Ernst Strasser. Er engagierte sie als Marketingleiterin, wirklich auffallen konnte sie erstmals mit der Organisation der "Initiative für Erwin Pröll" bei der Landtagswahl 1993. Fünf Jahre später überantwortete ihr der Landeshauptmann die Geschäftsführung der Landespartei.

Seither ist Mikl-Leitner aus dem Machtzirkel der niederösterreichischen Schwarzen nicht mehr wegzudenken, auch wenn sie bei Wirtschafts- und Bauernbund seit jeher nicht nur Freunde hat. Nach einem kurzen Intermezzo im Nationalrat holte Pröll sie 2003 zurück in die Heimat, wo sie als Landesrätin unter anderem für Europa- und Familienagenden, zuletzt auch für Soziales zuständig war.

Parteitreue

Ein erster Schritt in den Bund war der Posten der stellvertretenden Parteiobfrau unter Josef Pröll. Als der damals neue ÖVP-Chef Michael Spindelegger sie ins Innenministerium rief, war die verheiratete Mutter von zwei Töchtern, die mit ihrer Familie in Klosterneuburg lebt, für Wien bereit. Ihr vielleicht größter Erfolg war da die Volksbefragung zur Wehrpflicht, für deren Erhalt sie die ÖVP an die vorderste Front schickte. Dass sich Fleiß und Parteitreue auszahlen können, bestätigt sich jetzt. Im vergangenen Jahr wechselte sie zurück nach St. Pölten und wurde Finanzlandesrätin und Stellvertreterin Prölls.

Wer ihr in dieser Funktion folgen wird, sei noch offen, sagte Mikl-Leitner am Mittwoch. Darüber werde man in den nächsten Tagen und Wochen Gespräche führen: "Ein Schritt nach dem anderen." (APA, red, 18.1.2017)