Lkw rast in Berliner Weihnachtsmarkt

Livebericht

Der Sattelschlepper fuhr von der Straße ab und in den Weihnachtsmarkt bei der Berliner Gedächtniskirche. Mutmaßlicher Fahrer gefasst. Beifahrer ist tot

Berlin – Im Zentrum von Berlin ist am Montagabend ein Lkw in einen Weihnachtsmarkt am Kurfürstendamm gerast – mindestens zwölf Menschen wurden nach Angaben der Polizei getötet. Zudem gab es demnach Dutzende Verletzte. Es werde geprüft, ob es sich um einen Anschlag oder einen Unfall handle, hieß es weiter. Bundesinnenminister Thomas de Maiziere sagte in der ARD allerdings: "Ich möchte jetzt noch nicht das Wort Anschlag in den Mund nehmen, obwohl viel dafür spricht."

"Im Moment müssen wir sagen, dass beide Richtungen möglich sind", sagte ein Polizeisprecher zuvor. "Manche Parallelen drängen sich auf", fügte er im Hinblick auf Mutmaßungen über einen Anschlag hinzu. Gesicherte Erkenntnisse gab es demnach aber zunächst nicht. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe übernahm die Ermittlungen, wie der deutsche Justizminister Heiko Maas im Internetdienst Twitter mitteilte.

Ein Mann, bei dem es sich möglicherweise um den Fahrer des Lkw handelte, wurde laut Polizei festgenommen. Der Beifahrer sei einer der zunächst neun Toten, hieß es weiter. Laut FAZ soll es sich dabei um einen polnischen Staatsbürger handeln, offizielle Bestätigung dafür gibt es allerdings keine. Nach Angaben einer Polizeisprecherin waren unter den Verletzten auch vier Schwerverletzte, von denen zwei im Laufe der Nacht ihren Verletzungen erlagen. Damit erhöht sich die Opferzahl auf zwölf. Der Weihnachtsmarkt wurde weiträumig abgesperrt.

Der Sattelzug mit polnischem Kennzeichen war laut Polizei von der Seite Kantstraße/Budapester Straße in der Nähe des Bahnhofs Zoo kommend etwa 60 bis 80 Meter weit über den Weihnachtsmarkt an der berühmten Gedächtniskirche gerast. Danach sei er zurück auf die Budapester Straße gefahren und dort zum Stehen gekommen.

Passanten berichteten nach Angaben des Berliner "Tagesspiegel" von einem lauten Knall. Zahlreiche Rettungswagen und Einsatzfahrzeuge der Polizei sowie Teams der Spurensicherung waren an Ort und Stelle. Auch zahlreiche Polizisten mit Maschinengewehren waren zu sehen.

Die Polizei rief die Bewohner der deutschen Hauptstadt zur Ruhe auf. "Bleiben Sie zu Hause und verbreiten Sie keine Gerüchte", schrieb die Polizei am Montagabend auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter. Hinweise auf weitere gefährdende Situationen in der Berliner City gebe es nicht.

Das Außenministerium in Wien hat bisher keine Hinweise auf österreichische Opfer bei dem möglichen Anschlag. Zum jetzigen Zeitpunkt könne dies aber noch nicht gänzlich ausgeschlossen werden, sagte Außenamtssprecher Peter Guschelbauer am Montagabend zur APA. In der österreichischen Botschaft in Berlin sei ein Krisenstab eingerichtet worden, der mit den lokalen Behörden in Kontakt stehe. Das Außenministerium habe zudem eine Hotline zu den Geschehnissen in Berlin eingerichtet. (red/APA, 20.12.2016)