US-Experte Pick: "Trumps Sieg wird zu furchtbaren Gesetzen führen"

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Donald Trump wurde zum neuen US-Präsidenten gewählt. Yussi Pick beantwortete die Fragen der Leserinnen und Leser


"Die erste weibliche Kandidatin als 'Establishment' darzustellen war ein Erfolg des weißen, reichen, männlichen Kandidaten", analysiert Yussi Pick, österreichischer Blogger, Politikberater und Hillary-Clinton-Wahlhelfer im STANDARD-Chat.

Kaum dem Flugzeug aus New York entstiegen, wo er seit Mitte September in der demokratischen Wahlkampfzentrale in Sachen Wählermobilisierung tätig war, stellte er sich den Fragen der User. Zum Beispiel nach seinen Lehren aus der Wahlniederlage seiner Kandidatin: "Eine defensivere Strategie mit Fokus auf die Blue Wall wäre im Nachhinein wahrscheinlich erfolgreicher gewesen."

"Ausnahme von der Regel"

Des Öfteren betonte Pick die Tatsache, dass "seine" Kandidatin insgesamt mehr Stimmen als der letztlich obsiegende Republikaner Donald Trump für sich verbuchen konnte. Dass sich die Kampagne, deren Teil er selbst war, trotz eines höheren Budgets nicht durchsetzen konnte, stellt für den studierten Germanisten eine Ausnahme von der Regel dar, die eben für Rechtspopulisten nicht gelte.

Auf den Blick in die Kristallkugel wollte sich Pick nicht einlassen. Weder vermochte er vorherzusagen, wie lange Trump sich im Weißen Haus zu halten versteht, noch wer für die Demokraten bei der nächsten Wahl antreten wird. Wann Amerika gemäß Trumps Slogan wieder "great" sein wird, wusste Pick jedoch recht genau zu prognostizieren: "America is great because America is good – hat die Chefin immer gesagt." (flon, 15.11.2016)