18-Jähriger erschoss in München neun Menschen

Livebericht

Die Staatsanwalt spricht von "klassischem Amoktäter" – 27 Personen wurden verletzt, zehn davon schwer

München – Der Schütze der Schießerei in München war ein Einzeltäter. Das hat der Münchner Polizeipräsident Hubertus Andrä bei einer Pressekonferenz am Samstag bestätigt. Der zuständige Staatsanwalt sprach von einem "klassischem Amoktäter", von einer politischen Motivation gehe man nicht aus. Man habe bei dem iranisch-deutschen 18-Jährigen Täter, der in München geboren wurde, keine Bezüge zur Terrormiliz "Islamischen Staat" (IS) gefunden.

Laut Polizei wurden 27 Personen verletzt, zehn davon schwer, einer der Schwerverletzten ist 13 Jahre alt. Nicht alle wurden am Tatort verletzt, es gab offenbar durch die Panik in der Münchner Innenstadt auch in anderen Bereichen der Stadt Verletzte. Alle neun toten Opfer waren aus München und Umgebung, teilte die Polizei mit. Die Opfer sind drei 14-Jährige, zwei 15-Jährige sowie je 17, 19, 20 und 45 Jahre alt gewesen. Drei der Getöteten waren Frauen.

Insgesamt sind bei der Schießerei in einem Restaurant und dem Olympia-Einkaufszentrum in München am Freitagabend neun Menschen getötet worden, der Attentäter hat sich anschließend selbst erschossen. Nach bisher ungesicherter Kenntnis war der Täter psychisch krank, hieß es bei der Pressekonferenz. Die Polizei hat Hinweise darauf, dass der Täter mit einem gehackten Profil auf Facebook gezielt Menschen zum McDonalds-Restaurant gelockt hat, wo die Schießerei begonnen hat. Der Täter war laut Andrä Angaben bisher polizeilich nicht bekannt.

Der Mann hatte am Freitagnachmittag kurz vor 18 Uhr im McDonalds-Lokal zu schießen begonnen und sich dann weiter in Richtung des Olympia-Einkaufszentrums bewegt. Der Täter habe Munition für 300 Schuss mitgebracht, hieß es bei der Pressekonferenz am Freitag. (red, 23.7.2016)