ORF-Chef Wrabetz: "Von einer ORF-Steuer halte ich gar nichts"

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Am 9. August will ORF-Chef Alexander Wrabetz wiedergewählt werden. Im STANDARD-Chat beantwortete er Fragen zur ORF-Wahl


ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz stellt sich am 9. August seiner Wiederwahl. Dafür braucht er die Mehrheit der 35 Stiftungsratstimmen. Im STANDARD-Chat beantwortete er Fragen der Userinnen und User rund um den ORF und die Wahl. Hier finden Sie einen Auszug.

Was kann er besser als Konkurrent Grasl?

"Was ich besser kann, muss der Stiftungsrat beurteilen. Jedenfalls spricht die langjährige Erfahrung und erfolgreiche Entwicklung des ORF für mich."

Zum Konzept:

"Besonderer Fokus für die kommenden fünf Jahre ist die Weiterentwicklung von ORFeins und die Stärkung unserer Social-Media-Aktivitäten."

Pläne für ORF 1:

"Die Stärken, österreichische Fiction, große eigenproduzierte Unterhaltung und die großen Sportereignisse halten bzw.ausbauen und insbesondere neue Formate im Bereich Comedy und Satire. Darüberhinaus soll die Infoleiste zu einer wesentlichen Säule von ORFeins werden, von der aktuellen Information, neuen interaktiven Diskussionsformaten bis zu Dokumentation und Reportage."

Zur Ö1-Reform:

"Ö1 soll bis zu seinem 50. Geburtstag am 2. Oktober 2017 in allen Bereichen sanft, aber konsequent weiterentwickelt werden, vom On-Air-Design über den Marken- und Webauftritt bis zur teilweisen Neugestaltung von Sendezonen, allerdings immer basierend auf den bisherigen Stärken von Ö1."

Frühstücksfernsehen:

"Wir sind mit "Guten Morgen Österreich" mutig einen neuen Weg des Frühstücksfernsehens gegangen und haben unser Ziel, in dieser Zeitzone die Marktführerschaft zurückzuerobern, erreicht. Das Konzept, ganz Österreich einzubeziehen und bewusst Wien und den Küniglberg zu verlassen, werden wir beibehalten und natürlich an der Weiterentwicklung des Formats arbeiten."

Die Pläne für den Videodienst Flimmit:

"Auf Basis der Erfahrungen mit Flimmit strebe ich an, dieses Angebot in den öffentlich-rechtlichen Auftrag einzubeziehen und somit zumindest teilweise ohne Bezahlschranke zur Verfügung zu stellen."

Zur Sportberichterstattung:

"Teilweise dürfen wir aus gesetzlichen Gründen sogenannten Premium-Sport nicht auf Sport+ senden. Das sollte geändert werden, sodass wir hier mehr Flexibilität haben."

Österreichische Musik im ORF:

"Für die Umsetzung eines eigenen Musikformates, wofür es mehrere Alternativen gibt, sind noch Finanzierungsfragen offen. Es sollte aber jedenfalls im nächstjährigen Budget berücksichtigt werden."

ORF-Finanzierung:

"Von einer ORF-Steuer halte ich gar nichts. Eine Rundfunkgebühr, die klar geregelt ist und für die man als ORF auch einstehen muss, ist jedenfalls besser als die jährliche Verteilung von Steuermitteln durch den Finanzminister."

Zur Ausrichtung der ORF-Information:

"Ich werde die Informationsagenden nicht direkt bei mir konzentrieren und jedenfalls klar stellen, dass die Aufgabe des Generaldirektors die Sicherstellung der Unabhängigkeit und Objektivität der Berichterstattung, keinesfalls jedoch jene eines "Über-Chefredakteurs" sein kann."

Bier mit Grasl?

"Wir trinken beide lieber Weißwein. Unsere ernsten inhaltlichen Auffassungsunterschiede über die Zukunft des ORF ändern aber nichts an einem normalen zwischenmenschlichen Umgang." (red, 26.7.2016)