Fekter im Hypo-Ausschuss: Bin unterschätzt worden

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Langzeit-Bankchef Wolfgang Kulterer hatte die "Schnauze voll". Er war wie Maria Fekter zum zweiten Mal geladen


Wien – Diesen Donnerstag war zum zweiten Mal Ex-Hypo-Chef Wolfgang Kulterer am Wort. Derzeit gibt Ex-Finanzministerin Maria Fekter Auskunft.

Fekter, nochmals von FPÖ, Grünen und Neos geladen, stellte bei ihrem ersten Erscheinen ihr eigenes Handeln als Finanzministerin als gut und richtig – vor allem im Sinne der Steuerzahler – dar. Sie habe wie eine Löwin für die Steuerzahler gekämpft. Heute sagte sie auf den Hinweis Werner Koglers, OeNB-Chef Ewald Nowotny habe im Ausschuss gemeint, dass Fekter den Eindruck hinterlassen habe, mit den technischen Details zur Hypo-Abwicklung überfordert gewesen zu sein: "Ich sage Ihnen: Im Laufe meiner gesamten politischen Tätigkeit bin ich gelegentlich von Leuten unterschätzt worden."

Langzeit-Bankchef Kulterer hatte schon erklärt, er habe die "Balkan-Mentalität" unterschätzt. Falsche Widmungen, Kreditakten und dergleichen seien vorgelegt worden. Allerdings hätten diese davor die dezentralen Sachstellen durchlaufen. Als Vorstandsvorsitzender könne man das nicht prüfen, antwortet Kulterer nun auf Fragen von Verfahrensrichter Pilgermair. Was er im Wortgefecht mit Neos-Abgeordnetem Rainer Hable auch sagt: "Ich habe die Schnauze voll von Ihren ständigen Verdächtigungen."

Ein Ergebnis des heiklen Gerichtstermins in Frankfurt für die Hypo-Bad-Bank Heta fällt für heute aus. Die deutsche Bad Bank FMS will von der Heta 200 Millionen Euro zurück, die wegen des Zahlungsstopps nicht flossen und zudem geschnitten werden sollen. Im Extremfall droht die ungewollte Insolvenz.

Eine Entscheidung fällt erst am 21.Juni. (APA, red, 9.6.2016)