Nach Faymann-Rücktritt: Häupl führt Partei interimistisch, Nachfolger binnen acht Tagen

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Faymann gab seinen Rücktritt bekannt – SPÖ-Chef soll nächste Woche feststehen


Wien – Der SPÖ-Vorstand hat Montagnachmittag den Zeitplan für die Nachfolge des heute zurückgetretenen Parteichefs Werner Faymann geregelt. Demnach soll bis nach Pfingsten feststehen, wer die Sozialdemokraten künftig leiten soll. Die offizielle Wahl des Parteichefs ist für einen Parteitag am 25. Juni in Wien geplant.

Diese Ankündigungen machte nach der nicht einmal zweistündigen Vorstandssitzung Wiens Bürgermeister Michael Häupl, der einstimmig gebeten wurde, geschäftsführend den Vorsitz zu übernehmen. Er könne das reinen Herzens annehmen, da er nicht vorhabe, in die Bundespolitik zu wechseln, sagte der Stadtchef. Er werde also weder Parteichef noch Bundeskanzler.

Faymann reichte noch am Nachmittag bei Bundespräsident Heinz Fischer offiziell seine Demissionierung als Bundeskanzler ein. Nach der Bestätigung durch Fischer wurde Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) mit der Fortführung aller Geschäfte beauftragt.

ÖBB-Chef Christian Kern, einer der Favoriten als Faymann-Nachfolger, hielt sich am Montag auf STANDARD-Nachfrage zum Rücktritt des SPÖ-Chefs bedeckt. Er habe sich die Rede des Bundeskanzlers angehört und wolle "zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nichts dazu sagen".

DER STANDARD berichtete live. (red, 9.5.2016)