Meinungsforscher Hofinger: "Last-Minute-Änderung war sichtbar"

Chat

Christoph Hofinger vom Institut Sora stellte sich den Fragen der Leserinnen und Leser


Wien – Der erste Wahlgang der Bundespräsidentenwahl ist geschlagen. Eine Stichwahl zwischen dem von den Grünen unterstützten Alexander Van der Bellen und FPÖ-Kandidat Norbert Hofer steht für den 22. Mai an.

Meinungsforscher Christoph Hofinger vom Institut Sora stellte sich im STANDARD-Chat Fragen zu Wahlmotiven, der Wählerstruktur und Umfragen. Die Arbeit der Meinungsforscher verteidigte Hofinger: Demoskopen, Medien und Wähler müssten wissen, dass Umfragen zwei Wochen vor der Wahl kaum auf das Wahlergebnis schließen lassen. Die starken Zugewinne für Norbert Hofer in den letzten Tagen vor der Wahl seien sehr wohl in Umfragen sichtbar gewesen – allerdings sind diese erst am Wahltag selbst publiziert worden.

Der Idee seines Kollegen Peter Filzmaier, einige Wochen vor dem Wahltag keine Umfragen mehr zu veröffentlichen, lehnt Hofinger ab, denn dann "haben wir nur die Umfragen, die noch veralteter sind". Stattdessen plädiert er für mehr Transparenz, "vorsichtige und vielschichtige Interpretation durch Forscher und Forscherinnen und Medien" und "skeptische Bürger und Bürgerinnen, die sich der Grenzen auch gutgemachter Umfragen bewusst sind". (red, 24.4.2016)