Faymann zur Obergrenze: "Dieser Weckruf ist notwendig"

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Der Kanzler stellte sich in der ORF-Talksendung "Im Zentrum" den Fragen von Ingrid Thurnher


Wien – Die Diskussionssendung "Im Zentrum" auf ORF 2 widmete sich am Sonntag einem einstündigen Interview mit Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ). Thema war die Flüchtlingspolitik innerhalb Europas, die Fragen stellte Ingrid Thurnher.

Der Kanzler betonte mehrmals, dass Österreich sich für eine Sicherung der EU-Außengrenze einsetze. In Verteilerzentren in Griechenland, aber auch in Italien, sollten alle Flüchtlinge aufgenommen und dann auf die gesamte EU verteilt werden. Die Obergrenze Österreichs verteidigte er. Man habe im vergangenen Jahr 90.000 Flüchtlinge aufgenommen, damit habe Österreich nun die "moralische Kraft", um eine Obergrenze und die Verteilung auf alle Länder durchzusetzen.

Vorab gab es viel Kritik daran, dass der ORF nur den Kanzler in die Sendung eingeladen hat. Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) sprach während eines Live-Interviews in der "ZiB 2" gar von "Beistellfunk". ORF-Fernsehchefredakteur Fritz Dittlbacher verteidigte das Vorgehen. Es sei "sowohl legitim als auch journalistisch notwendig", den Bundeskanzler zur Position Österreichs in der Flüchtlingspolitik zu befragen. (red, 13.3.2016)