Tausende demonstrierten gegen Akademikerball

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Die Organisatoren berichten von 8.000 Teilnehmern bei Demos gegen Akademikerball, die Polizei zählt 5.000 Teilnehmer – Kundgebungen liefen großteils friedlich ab


Wien – Am Freitagabend protestierten laut Polizei rund 5.000 Demonstranten gegen den Akademikerball der FPÖ. Die Organisatoren sprachen von mindestens 8.000 Teilnehmern.

Die Demonstrationen verliefen "ohne nennenswerte Zwischenfälle", wie die Wiener Polizei in einer ersten Bilanz bekanntgibt. Insgesamt wurden drei Personen wurden festgenommen. In der Wipplingerstraße wurden Feuerwerke gezündet, Polizisten wurden mit Eiern und Bierdosen beworfen. Zeitweise kam es laut Polizei zu Sitzblockaden. Eine Person wurde "wegen aggressiven Verhaltens" am Museumsplatz festgenommen.

Am späten Abend kam es zu einem Kessel bei der Herrengasse, dabei gab es zwei Festnahmen und Identitätsfeststellungen, berichtete die Polizei auf Twitter. Rund 100 Personen wurden etwa eine Stunde festgehalten. Laut Exekutive wurden zuvor in der Nähe Polizisten von zwei Personen attackiert. Die Verdächtigen flohen dann zu einer angemeldeten Kundgebung des Verbandes Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) in der Herrengasse.

Zwei Personen wurden wegen des Verdachts des Widerstandes gegen die Staatsgewalt und der Körperverletzung angezeigt. Unklar ist laut Polizeisprecher Johann Golob, ob es sich bei den Festgenommenen um linke oder rechte Aktivisten handelt.

Gast von Pegida

Um 19 Uhr veranstaltete die Initiative "Jetzt Zeichen setzen" ein Konzert auf dem Heldenplatz.

Der Ball wird bereits zum dritten Mal von den Freiheitlichen veranstaltet, nachdem die Betreibergesellschaft der Hofburg dem Wiener Korporationsring, einer Vereinigung schlagender Burschenschaften, die Räume nicht mehr zur Verfügung stellen wollte.

Zu Gast am Ball ist der FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache und der frisch gekürte freiheitliche Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer. Auch die Dresdner Pegida-Aktivistin Tatjana Festerling ist am Ball. "Zum Vernetzen", wie sie dem STANDARD sagte. (red, 29.1.2016)