Bildungsexpertin Koenne: Modellregionen zur Gesamtschule sind nicht mehr nötig

Chat

Die Didaktikerin sieht in der Bildungsreform keinen großen Wurf. Es sei ein Trauerspiel, dass die Gesamtschule nun lediglich getestet werde


Wien – Bildungsexpertin Christa Koenne hält Modellregionen zur Gesamtschule für nicht mehr nötig und für eine der großen Schwachstellen der am Dienstag angekündigten Bildungsreform. "Es liegen genug Daten vor, die die Notwendigkeit einer gemeinsamen Schule unterstützen", sagte Koenne am Mittwoch im STANDARD-Chat.

Die Gesamtschule zehn Jahre lang in Modellregionen zu testen sei "ein Trauerspiel". "Alle wissenschaftliche Erkenntnis, die mir zur Verfügung steht, spricht dafür, dass alle Schüler und Schülerinnen in der schulpflichtigen Zeit in eine gemeinsame Schule gehen, die dann für innere Differenzierung sorgt."

Grundsätzlich sei die Reform kein großer Wurf, vor allem Bildungsziele am Ende der Schulpflicht würden fehlen. Koenne spricht hier für eine Einführung der "Mittleren Reife" aus. Diese solle kein Selektionsinstrument sein, sondern "ein Initiationsritual, mit dem eine Grenze zwischen 'pflichtigen' Lernenden und 'freiwillig' Lernenden markiert wird". (red, 18.11.2015)