Frankreich antwortet mit Luftangriffen auf IS – Suche nach Verdächtigem

Livebericht

Hollande will Ausnahmezustand für drei Monate – Irakischer Geheimdienst soll vor Anschlägen gewarnt haben

Frankreich hat am Sonntag auf die Terroranschläge von Paris mit Luftangriffen auf IS-Terroristen geantwortet. Bei der Anschlagsserie an sechs verschiedenen Orten in Paris am Freitag Abend wurden insgesamt mindestens 129 Menschen getötet. Die Ermittlungen laufen. Ein Auto der Attentäter, ein schwarzer Seat, wurde östlich der französischen Hauptstadt gefunden. Nach Einschätzung der Ermittler bedeute dies, dass einem der drei Terrorkommandos die Flucht gelungen sein könnte. Ein weiteres Auto, ein schwarzer Polo, war nach den Anschlägen beim Bataclan gefunden worden. Der Wagen hatte ein belgisches Nummernschild.

Französische und belgische Behörden haben bestätigt, dass drei der sieben Selbstmordattentäter französische Staatsbürger gewesen sind. Außerdem waren drei Brüder am Anschlag beteiligt, wobei einer noch auf der Flucht sein soll. Belgische Behörden hatten einen anderen der drei Brüder zuvor festgenommen, er soll eines der Fluchtfahrzeuge bereitgestellt haben. Insgesamt wurden in Belgien sieben Verdächtige verhaftet. Ein weiterer Verdächtiger wurde zur Fahndung ausgeschrieben.

Frankreichs Staatssekretär für Sport, Thierry Braillard, bestätigte indes, dass mindestens einer der Attentäter während des Länderspiels zwischen Frankreich und Deutschland ins Stade de France eindringen wollte.

Die Nachrichtenagentur AP berichtet, dass der irakische Geheimdienst am Tag vor den Anschlägen in Paris eine Warnung vor direkt bevorstehenden Angriffen durch IS-Terroristen gemeldet hat.

Der französische Staatspräsident Francois Hollande will den Ausnahmezustand auf drei Monate ausdehnen. Die EU-Innen- und Justizminister werden am kommenden Freitag zu einer Sondersitzung zusammenkommen.

Unter den Todesopfern der Anschläge sind auch mehrere ausländische Staatsbürger. Der Österreicher, der eine Schusswunde erlitt, ist mittlerweile außer Lebensgefahr. (red, 15.11.2015)