Spielfeld: Polizei hält Flüchtlingsandrang mit Mühe zurück

Livebericht

DER STANDARD berichtet auch am Freitag wieder live von den Schauplätzen der Flüchtlingskrise

Die Situation im Überblick:

  • In Spielfeld an der österreichischen Grenze zu Slowenien verbrachten 4.200 Menschen die Nacht von Donnerstag auf Freitag in Zelten. Der Weitertransport wurde über Nacht ausgesetzt und Freitagfrüh fortgeführt. Um neun Uhr befanden sich noch 3.500 Menschen dort. Im Laufe des Tages wurden immer wieder Gruppen über die Grenze gelassen, Polizei und Bundesheer konnten die Absperrgitter gegen die nachdrängenden Wartenden nur mit Mühe halten.
  • An der österreichisch-deutschen Grenze bei Passau war die Lage am Freitag dagegen ruhig. Am Freitagnachmittag sagte CSU-Landtagsfraktionschef Thomas Kreuzer, dass sich Österreich und Deutschland auf ein Reglement zum koordinierten Übertritt von Flüchtlingen geeinigt haben – an fünf ausgewählten Grenzübergängen sollten pro Stunde 50 Menschen einreisen dürfen. Bayerns Ministerpräsident und Parteikollege Horst Seehofer widersprach ihm: Verhandlungen über eine tägliche Obergrenze seien noch nicht abgeschlossen.
  • In den oberösterreichischen Grenzgemeinden Kollerschlag, Schärding und Braunau werden Transitzelte für jeweils rund 1.000 Flüchtlinge errichtet. Der Bürgermeister wehrt sich: "Unser einziges Kapital ist der Tourismus.
  • Oberösterreichs Landeshauptmannstellvertreter Manfred Haimbuchner (FPÖ) vergleicht Österreichs Polizei mit Schleppern, weil sie Flüchtlinge nicht anhalte.
  • Entlang der Westbalkanroute sollen bis Jahresende 50.000 Transitunterkünfte geschaffen werden, wurde beim EU-Gipfel vergangenen Sonntag beschlossenen. Für 12.000 gibt es nun eine fixe Zusage aus Österreich, Slowenien, Kroatien und Serbien.
  • Die gefährliche Bootsüberfahrt zwischen der Türkei und Griechenland überlebten in der Nacht auf Freitag 22 Flüchtlinge nicht. Unter den Todesopfern waren drei Säuglinge.