Weiterhin Widersprüche um Zaun

Livebericht

Unverminderte Ankunftszahlen an Österreichs Südgrenze – Weitertransport mit Bussen ist im Laufen – Keine definitive Antwort zu Grenzzaun

Die Lage im Überblick:

  • 4.000 Flüchtlinge haben die Nacht auf Donnerstag im steirischen Spielfeld verbracht. Alle Frauen und Kinder konnten in Zelten untergebracht werden, etwa 300 Personen haben die Nacht im Freien verbracht.
  • Am Mittwochabend hatten etwa 3.500 Menschen versucht, über die Grazer Straße (B67) nach Österreich zu gelangen. Zu diesem Zeitpunkt hielten sich insgesamt über 6.000 Menschen in der Erstversorgungsstelle in Spielfeld auf. Rund 2.000 Flüchtlinge wurden in den Abendstunden in Notunterkünfte in Graz und in anderen Bundesländern gebracht.
  • Der Andrang an der österreichisch-deutschen Grenze hat in der Nacht unvermindert angehalten. In Wegscheid und Achleiten-Passau sind knapp 5.000 Migranten angekommen.
  • Auch am Donnerstag werden tausende Flüchtlinge an den Grenzübergängen erwartet. Österreichische und deutsche Exekutivbehörden sprechen von Überforderung und Überlastung.
  • Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hat nach einem Telefonat und in Übereinstimmung mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker klargestellt, "dass Zäune keinen Platz in Europa haben". Faymann, der zuvor auch von "Türl mit Seitenteilen" sprach, negiert damit die Ankündigungen von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), die am Mittwoch zu den grenzsichernden Maßnahmen im Süden der Republik gesagt hatte: "Natürlich geht es auch um einen Zaun." Was nun an der Grenze zu Slowenien genau geplant ist, soll laut dem Kanzler Mikl-Leitner vorschlagen.