Häupl im Chat: "Wien wird mit Zahl an Asylanten leicht fertigwerden"

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Der Wiener SPÖ-Spitzenkandidat Michael Häupl war im STANDARD-Chat zu Gast


Die laufende Neuerstellung des sozialdemokratischen Parteiprogramms würde eine "inhaltliche Neuausrichtung" der SPÖ bedeuten, sagte Wiens Bürgermeister Michael Häupl am Mittwoch im STANDARD-Chat. Vor knapp drei Jahren starteten die Sozialdemokraten in ihre Programm-Debatte und beauftragten den Pensionistenverbandschef der SPÖ, Karl Blecha, mit der inhaltlichen Ausarbeitung. Zunächst gehe es darum, die "Gesellschaft von heute und nicht die Gesellschaft von vor hundert Jahren" zu analysieren und daraus die "strategischen Schlüsse" zu ziehen, sagte der SPÖ-Spitzenkandidat für die anstehenden Wien-Wahlen. Zudem würde es – nach der Installierung eines neuen Bundesgeschäftsführer – in der SPÖ "eine Reihe weiterer Neueinrichtungen im Bildungs- und Ausbildungsbereich und in der internationalen Arbeit", geben.

Beim Flüchtligsthema gibt sich Häupl gelassen, zwar seien in den vergangenen Tagen viele Flüchtlinge nach Wien gekommen, eine "wachsende Stadt" würde mit "dieser Zahl an Asylanten leicht fertigwerden": "Wir haben zurzeit in Wien weniger als 12.000 Asylwerber. Im Bosnienkrieg hatten wir 80.000 in Wien." Trotzdem würde man sich in Wien auf ein Mehr an Wohnungen, Arbeitsplätzen und auch Bildungseinrichtungen vorbereiten. Bei Asylwerbern würde auch auf ihre Qualifikationen und Qualifikationsnotwendigkeiten geachtet. "Von 150 unbegleiteten Minderjährigen im dritten Bezirk können über 25 direkt in eine AHS gehen und auch syrische Ärzte müssen nicht Taxi fahren", sagt Häupl.

Abgabe für Leerstände

Stolz ist Häupl über seine Wohnungsplanung. Wien habe von den Millionenstädten die Wohnungsfrage und damit einen wichtigen Teil der sozialen Frage am besten gelöst. Für Wohnungsleerstand will Häupl eine Abgabe.

Aufholbedarf habe die Stadt in den Bereichen Wissenschaft und Forschung, Innovation und Bildung. Bei Letzterem tritt er für die gemeinsame Schule der 6- bis 14-Jährigen mit "verschränktem" Unterricht und Leistungsmodulen in Form der Ganztagsschule ein. Dies – so hofft Häupl – solle auch Teil des Mitte November an die Bundesregierung zu übermittelnden Schulreformplans sein.

Auf die Userfrage, ob Häupl sich vorstellen könnte, bei der nächsten Nationalratswahl als Kanzlerkandidat anzutreten, antwortete er mit einem knappen "Nein". Den aktuellen Bundeskanzler Werner Faymann verteidigte er. (Oona Kroisleitner, Rosa Winkler-Hermaden, 30.9.2015)

Auch die Spitzenkandidaten der ÖVP und der Neos waren bereits zu Gast. Die Antworten auf User-Fragen von Manfred Juraczka und Beate Meinl-Reisinger können Sie nachlesen. Am Donnerstag um 13 Uhr folgt Grünen-Kandidatin Maria Vassilakou.