Hypo-Ausschuss: Ex-OeNB-Gouverneur kannte nicht alle Prüfberichte

Livebericht

Der Ex-OeNB-Gouverneur kannte den kritischen Prüfbericht aus 2007 nicht, weil er "nicht auf dem Verteiler" stand

Wien – Ex-Notenbankgouverneur und Fimbag-Vorstand Klaus Liebscher schilderte heute seine Sicht der Vorgänge. Die Hypo-Bank sei erst 2006 mit der Aufdeckung der Swapverluste zum Problemfall geworden, die vorher von der Aufsicht festgestellten Mängel habe es auch bei anderen Banken gegeben. Die OeNB habe Fact Finding geleistet, die Entscheidungsgewalt sei bei der FMA gelegen, unterstrich Liebscher.

Was die Rolle der Bankenaufsicht betrifft: Diese würde die Banken nicht täglich überprüfen, sondern es gebe ein mehrstufiges System der Kontrolle. Erste Stufe seien immer das bankinterne Kontrollsystem mit Risikokontrolle und Aufsichtsrat sowie die Wirtschafts- und Bankprüfer. Die Bankenaufsicht durch OeNB und FMA folge später. Wenn der Wirtschaftsprüfer keinen zusätzlichen Eigenkapitalbedarf feststelle, verlasse sich die Bankenaufsicht darauf. "Die Hypo hatte in den Jahren vor 2006 eine damals nicht unübliche Eigenkapitalausstattung."

Was den kritischen Prüfbericht von 2007 betrifft, habe er ihn nicht gekannt: "Ich stehe nicht auf dem Verteiler." Wie der ehemalige Finanzminister Karl-Heinz Grasser die Bankenaufsicht besetzte, können Sie hier nachlesen: Postenbesetzung à la Grasser. (red, 24.9.2015)