Tausende Flüchtlinge werden noch heute in Nickelsdorf erwartet

Livebericht

Zwei Züge mit je 1.500 Menschen aus Ungarn nach Österreich unterwegs – 10.500 kamen bisher im Burgenland an – A4 wieder freigegeben

Wien – Am österreichisch-ungarischen Grenzübergang Nickelsdorf im Burgenland entspannte sich die Lage bis Sonntagabend leicht. Während tagsüber bis zu 8.000 Flüchtlinge auf die Weiterreise warteten, befanden sich am Abend laut Polizeisprecher Gerald Pangl etwa 3.500 bis 4.000 Flüchtlinge unter dem Flugdach. 20 Busse seien losgefahren, um Asylsuchende in Notquartiere zu bringen. Außerdem seien Viele mit Taxis weggefahren, sagte Pangl zum STANDARD.

Es werde weiterhin mit der Ankunft tausender Menschen aus Ungarn gerechnet. Rund 10.500 kamen bisher am Sonntag im Burgenland an. Man sei gerüstet, bekomme aber keinerlei offizielle Informationen von ungarischer Seite. Prognosen für die folgenden Tage seien deshalb "überhaupt nicht möglich", sagte Pangl. 3.000 Flüchtlinge seien in Zügen Richtung Österreich unterwegs sein, hieß es in der ORF-"Zeit im Bild".

Der burgenländische Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil sprach noch am Nachmittag von einer angespannten Lage. Dass die Flüchtlinge in Nickelsdorf geduldig in einer Reihe stehend auf Transportmöglichkeiten warteten sei ein "Wahnsinn", denn die Wartezeiten könnten bis zu zehn Stunden dauern. Obwohl genug Busse zur Verfügung standen, fehlte es vorübergehend an Notquartieren.

Die Ostautobahn A4, die am Sonntagnachmittag aus Sicherheitsgründen gesperrt worden war, wurde gegen 19 Uhr wieder freigegeben. (red, 20.9.2015)