Hypo-U-Ausschuss: Kulterer war als Kika-Berater aktiv

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Ex-Kika/Leiner-Chef Herbert Koch wurde von Ex-Hypo-Chef Kulterer beraten. Reine Privatsache, wie er findet


Wien –

Geschäftsbeziehungen zwischen dem ehemaligen Hypo-Chef Wolfgang Kulterer und dem Ex-Hypo-Aufsichtsratschef und Ex-Kika-Chef Herbert Koch haben am Mittwoch im U-Ausschuss für Aufsehen gesorgt.

Kulterer war nach dem Ausscheiden als Hypo-Chef im Jahr 2006 bis zu seiner Inhaftierung im Jahr 2010 beratend für Kika tätig und soll laut SPÖ-Fraktionsführer Jan Krainer insgesamt 15 Honorarnoten im Umfang von 300.000 Euro verrechnet haben. "Ja, sicher, bis zu seiner Inhaftierung", bestätigte Koch die Beratungsleistungen. Kulterer habe etwa beim Kroatien-Geschäft der Einrichtungshäuser beraten. "Wir können den Leistungsnachweis nachliefern."

"Ja, die Staatsanwaltschaft. Die übermittelt viel", reagierte Koch auf eine behördlich an den U-Ausschuss übermittelte Rechnung des Ex-Hypo-Chefs Wolfgang Kulterer an Koch aus dem Jahr 2008 über rund 29.000 Euro für Beratungen, die Team-Stronach-Politiker Robert Lugar Koch vorhielt. Es handle sich um Beratungen, die nichts mit dem Untersuchungsgegenstand zu tun hätten, so Koch. Bis zur Inhaftierung sei Kulterer sein Berater gewesen, so Koch, "das hat mit der Bank nix zu tun".

Der Grüne Werner Kogler findet allerdings auch, dass man solche Rechnungen sehr wohl im U-Ausschuss hinterfragen müsse, allein vor dem Hintergrund der Hypo-Tätigkeiten Kochs und Kulterers. Koch sei schließlich beim Vorzugsaktiendeal sowie beim "Tilo-Berlin-Schnitt" dabei gewesen, so Kogler. Zuletzt war Ex-GraWe- sowie -Hypo-Vorstand Siegfried Grigg am Wort. DER STANDARD berichtete wie gewohnt live vor Ort. (red, 16.9.2015)