Wieder hoher Andrang in Nickelsdorf

Livebericht

Im Burgenland herrschte wieder hoher Andrang, doch der schien gut bewältigt zu werden

Am Samstag sind 6.600 Flüchtlinge in Nickelsdorf angekommen. Die burgenländische Polizei beobachtet indes eine mögliche zweite Route im Südburgenland.

Burgenlands Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil rechnet mit einer neuen "enormen Wellenbewegung" an Flüchtlingen aus Ungarn und ähnlich vielen Personen am Grenzübergang Nickelsdorf wie vergangenes Wochenende. Man habe auch den bisherigen Ansturm bewältigt, sagt Doskozil. Am Freitag waren knapp 7.000 Menschen in Nickelsdorf eingetroffen, am Donnerstag 7.500. Dass es weniger werden, ist zumindest bis Mitte September, wenn in Ungarn die verschärften Bestimmungen in Kraft treten, unwahrscheinlich. Ob die Flüchtlinge danach auf andere Routen ausweichen, sei aus derzeitiger Sicht schwer zu sagen, meint Doskozil.

Der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) äußerte unterdessen scharfe Kritik an der ungarischen Flüchtlingspolitik. Für Faymann weckten einzelne Aktionen sogar Assoziationen mit dem Holocaust.

Während sich nun auch Slowenien auf einen Flüchtlingsstrom einstellt, wird in Deutschland das Eintreffen von 40.000 Flüchtlingen bis Sonntag erwartet. (red, 12.9.2015)